Klimawandel, Lieferengpässe, Inflation: Sichere wasserwirtschaftliche Daseinsvorsorge in bewegten Zeiten

Ruhrverband: Sichere wasserwirtschaftliche Daseinsvorsorge in bewegten Zeiten

Kli­ma­wan­del, Lie­fer­eng­päs­se, Infla­ti­on: So min­dert der Ruhr­ver­band die Aus­wir­kun­gen der Kri­sen im Sin­ne sei­ner Mit­glie­der und der Men­schen im Ein­zugs­ge­biet der Ruhr Der Ruhr­ver­band, Hüter des Was­sers für 4,6 Mil­lio­nen Men­schen, hat am 2. Dezem­ber 2022 in sei­ner jähr­li­chen Ver­bands­ver­samm­lung in der Esse­ner Phil­har­mo­nie die Dele­gier­ten der 60 Städ­te und Gemein­den, der Was­ser­werks­ge­sell­schaf­ten sowie der Indus­trie und Gewer­be­be­trie­be im Ein­zugs­ge­biet der Ruhr über die viel­fäl­ti­gen Her­aus­for­de­run­gen infor­miert, denen sich die Was­ser­wirt­schaft aktu­ell gegenübersieht.

Unter ande­rem the­ma­ti­sier­te der Vor­stands­vor­sit­zen­de und Tech­nik­vor­stand Prof. Nor­bert Jar­din die spür­ba­ren Fol­gen des rus­si­schen Angriffs­kriegs auf die Ukrai­ne. Vor dem Hin­ter­grund der explo­die­ren­den Ener­gie­prei­se machen sich die lang­jäh­ri­gen inten­si­ven Bemü­hun­gen des Ruhr­ver­bands, sei­ne tech­ni­schen Anla­gen noch ener­gie­ef­fi­zi­en­ter zu betrei­ben, sowie der kon­se­quen­te Aus­bau der erneu­er­ba­ren Ener­gien für das Unter­neh­men bezahlt. Der Vor­stands­vor­sit­zen­de konn­te den Dele­gier­ten die erfreu­li­che Nach­richt über­brin­gen, dass der Ruhr­ver­band als eines der ers­ten gro­ßen deut­schen Was­ser­wirt­schafts­un­ter­neh­men schon ab dem Jahr 2024 sei­ne Anla­gen in der Jah­res­bi­lanz nahe­zu voll­stän­dig mit eigen­pro­du­zier­tem Strom ver­sor­gen wird.

Dazu nutzt der Ver­band den Strom aus sechs eige­nen Was­ser­kraft­an­la­gen an Ruhr und Len­ne, aus
13 eige­nen Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen sowie aus dem Betrieb von etwa 50 Block­heiz­kraft­wer­ken auf den Klär­an­la­gen, in denen aus dem bei der Klär­schlamm­be­hand­lung ent­ste­hen­den Bio­gas Strom und Wär­me erzeugt wird. Auf sechs Klär­an­la­gen wird die Bio­gas­aus­beu­te durch die gemein­sa­me Behand­lung von orga­nik­rei­chen Abfäl­len wie Fet­ten oder Rück­stän­den aus Fett­ab­schei­dern unter­stützt. „Wir wer­den die ener­ge­ti­sche Opti­mie­rung der Klär­an­la­gen und den Bau von Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen wei­ter for­cie­ren“, sag­te Nor­bert Jar­din den Dele­gier­ten der Verbandsversammlung.

Auch die Lie­fer­eng­päs­se bei betriebs­wich­ti­gen Fäll­mit­teln, die für die Ein­hal­tung der behörd­lich vor­ge­ge­be­nen Ablauf­wer­te des gerei­nig­ten Abwas­sers benö­tigt wer­den, beschäf­tig­ten den Ruhr­ver­band. Dank lang­fris­tig abge­schlos­se­ner Lie­fer­ver­trä­ge hat­te das Unter­neh­men bis­lang kei­ne grö­ße­ren Ver­sor­gungs­aus­fäl­le zu bekla­gen, muss­te aber bereits Fäll­mit­tel zwi­schen sei­nen eige­nen Klär­an­la­gen hin- und her­trans­por­tie­ren, um den Betrieb auf allen 65 Anla­gen sicher­zu­stel­len. Eine Ent­span­nung der schwie­ri­gen Ver­sor­gungs­si­tua­ti­on ist der­zeit nicht in Sicht.

Die Fol­gen des Kli­ma­wan­dels sind im Ruhr­ein­zugs­ge­biet deut­lich spür­bar. Zum 14. Mal in Fol­ge hat es im Abfluss­jahr 2022 weni­ger gereg­net als im lang­jäh­ri­gen Mit­tel – damit setz­te sich die längs­te Pha­se unter­durch­schnitt­li­cher Nie­der­schlä­ge, die die Regi­on seit Beginn der Auf­zeich­nun­gen erlebt hat, wei­ter fort. Das Nie­der­schlags­de­fi­zit im Ver­gleich zum lang­jäh­ri­gen Mit­tel war in die­sem Jahr mit 166 Mil­li­me­tern sogar das zweit­höchs­te in die­ser seit inzwi­schen 14 Jah­ren anhal­ten­den Tro­cken­pe­ri­ode. Vor die­sem Hin­ter­grund wies Jar­din noch ein­mal ein­dring­lich auf die Not­wen­dig­keit hin, die gesetz­lich fest­ge­leg­ten Min­dest­ab­flüs­se in der Ruhr abzu­sen­ken. Dies sei erfor­der­lich, um das Tal­sper­ren­sys­tem kli­ma­re­si­li­en­ter auf­zu­stel­len, damit der Ruhr­ver­band sowohl auf Dür­re­pe­ri­oden als auch auf die durch den Kli­ma­wan­del eben­falls zuneh­men­den Stark­re­gen­er­eig­nis­se fle­xi­bler reagie­ren kann.

Die Finanz‑, Per­so­nal- und Ver­wal­tungs­vor­stän­din Dr. Ant­je Mohr konn­te für den Finanz­be­reich trotz der her­aus­for­dern­den Rah­men­be­din­gun­gen eben­falls posi­ti­ve Nach­rich­ten ver­kün­den. Seit 2017 hat der Ver­band sei­ne Schul­den um 145 Mil­lio­nen Euro redu­ziert und ist auf­grund zins­ge­si­cher­ter Dar­le­hens­ver­pflich­tun­gen von den mas­siv anstei­gen­den Zin­sen nur bedingt betrof­fen. Nach Mesche­de, Schmal­len­berg, Schalks­müh­le und Hat­tin­gen haben sich nun auch Bal­ve und Enne­pe­tal dazu ent­schlos­sen, ihre Kanal­net­ze auf den Ruhr­ver­band zu über­tra­gen. Kanal­netz­über­tra­gun­gen schaf­fen die Vor­aus­set­zung, Sied­lungs­was­ser­wirt­schaft aus einer Hand zu betrei­ben, Schnitt­stel­len im Kanal­sys­tem vor Ort zu besei­ti­gen und bestehen­de Ein­spar­po­ten­zia­le zu heben. Auch im Bereich der Gewäs­ser­un­ter­hal­tung koope­riert der Ruhr­ver­band mit meh­re­ren Kom­mu­nen in sei­nem Verbandsgebiet.

Die Dele­gier­ten des „Was­ser­par­la­ments der Ruhr“ stell­ten den bei­den Vor­stän­den sowie den rund
1.000 Beschäf­tig­ten des Ruhr­ver­bands ein gutes Zeug­nis für ihre Arbeit aus, indem sie dem Vor­stand für das Wirt­schafts­jahr 2021 Ent­las­tung erteil­ten und den Ent­wür­fen des nächs­ten Wirt­schafts­plans sowie der Finanz­pla­nung für die kom­men­den fünf Jah­re zustimm­ten. Der Ruhr­ver­band kann damit sei­nen ein­ge­schla­ge­nen Kurs fort­set­zen und sei­ne gesetz­li­che Kern­auf­ga­be, die Siche­rung der Was­ser­ver­sor­gung für 4,6 Mil­lio­nen Men­schen, wei­ter erfüllen.

 

Quel­le: Mar­kus Rüdel, Ruhr­ver­band, Abtei­lung Unternehmenskommunikation

Bild­un­ter­schrift: Die Dele­gier­ten der Mit­glie­der des Ruhr­ver­bands stell­ten mit ihren Beschlüs­sen auf der 36. Ver­bands­ver­samm­lung in Essen die Wei­chen für die was­ser­wirt­schaft­li­che Arbeit in der Regi­on im kom­men­den Jahr.

Foto­credit:: Ruhrverband

 

 

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