Düstere Aussichten für den Wohnungsmarkt: Aufträge im Wohnungsbau brechen weiter ein

Heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen zu den Auftragseingängen im Wohnungsbau …  „Für den Wohnungsbaumarkt beginnt das neue Jahr fatalerweise, wie das alte endete.

Im Hoch­bau ver­zeich­nen die Bau­un­ter­neh­men einen nomi­na­len Auf­trags­rück­gang um knapp 5 Pro­zent, real um 6 Pro­zent. Das ist maß­geb­lich auf den Woh­nungs­bau zurück­zu­füh­ren. Hier gin­gen die Order um ca. 16 Pro­zent zurück, real um ca. 17,5 Pro­zent. Das war nach dem deut­li­chen Ein­bruch bei den Bau­ge­neh­mi­gun­gen im Vor­jahr um fast 100.000 Woh­nun­gen auch nicht anders zu erwar­ten. Die­se Ent­wick­lung macht uns gro­ße Sor­gen. In der anhal­ten­den Abwärts­spi­ra­le am Markt wird es für die Woh­nungs­bau­un­ter­neh­men immer schwie­ri­ger, die in den Vor­jah­ren neu an Bord gehol­ten Mit­ar­bei­ter zu beschäf­ti­gen.“ So Pak­leppa weiter.

Anders bewer­tet Pak­leppa die Ent­wick­lung im Tief­bau. Wir sehen im Tief­bau wei­ter einen anhal­tend posi­ti­ven Trend. Hier haben die Order um nomi­nal 14 Pro­zent, real um 11 Pro­zent zuge­legt. Dabei sind die Order im Wirt­schaft­s­tief­bau um nomi­nal 22 Pro­zent gestie­gen. Es sind wei­ter vor allem Groß­pro­jek­te bei der Ener­gie- und Ver­kehrs­in­fra­struk­tur, die hier zu Buche schla­gen. Der Bau­mit­tel­stand par­ti­zi­piert hier gleich­wohl nicht adäquat.

Die Bau­tä­tig­keit selbst ver­lief ver­hal­ten. Bei einer glei­chen Anzahl von Arbeits­ta­gen fiel die Zahl der geleis­te­ten Stun­den gegen­über dem Vor­jahr um ca. 8 Pro­zent gerin­ger aus. Zum einen haben uns die vie­len Nie­der­schlä­ge wit­te­rungs­tech­nisch behin­dert, zum ande­ren sind die Auf­trags­pols­ter, gera­de im Woh­nungs­bau, zu niedrig.

Das am Frei­tag beschlos­se­ne Wachs­tums­chan­cen­ge­setz ist ein wich­ti­ges Signal, für das wir dank­bar sind. Im Woh­nungs­bau schafft es samt der degres­si­ven Abschrei­bungs­mög­lich­keit bei Wohn­ge­bäu­den mehr Inves­ti­ti­ons­si­cher­heit. Bau­her­ren und Bran­che sind froh, dass die Uni­on dem Gesetz zuge­stimmt hat. Damit allein ist die deut­sche Woh­nungs­bau­kri­se aber noch nicht gelöst.

Die neu­en Zah­len machen eins deut­lich: Frü­her oder spä­ter wird die Bun­des­re­gie­rung um eine Ent­schei­dung nicht her­um­kom­men: ent­we­der senkt sie die Anfor­de­run­gen im Woh­nungs­neu­bau oder sie erhöht die För­de­run­gen. Denn bei den hohen Bau­zin­sen und Mate­ri­al­prei­sen sowie den ener­ge­ti­schen Anfor­de­run­gen ist eine Zins­stüt­ze für vie­le Bau­her­ren die letz­te Mög­lich­keit, über­haupt noch zu bau­en. Die För­der­pro­gram­me müs­sen auf den EH 55-Stan­dard aus­ge­rich­tet wer­den und sind lang­fris­tig bud­get­si­cher aus­zu­stat­ten.“ So Pak­leppa abschließend.

Der Umsatz im Bau­haupt­ge­wer­be erreicht im Janu­ar ca. 5 Mrd. Euro, nomi­nal ‑3,7 %, real ca. – 5,3%. Der Umsatz im Woh­nungs­bau erreich­te dabei ca. 1,2 Mrd. Euro; nomi­nal ca. ‑16%. Dem­ge­gen­über konn­te der gewerb­li­che Bau mit ca. 2,4 Mrd. Euro das Vor­jah­res­er­geb­nis gut hal­ten. Im Öffent­li­chen Bau wur­den ca. 1,5 Mrd. Euro umge­setzt, nomi­nal ein Zuwachs um ca. 3 %.

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Iris Rabe, Lei­te­rin Abtei­lung Kom­mu­ni­ka­ti­on und Pres­se, Zen­tral­ver­band Deut­sches Baugewerbe
Ori­gi­nal-Con­tent von: ZDB Zen­tral­ver­band Dt. Bau­ge­wer­be, über­mit­telt durch news aktuell

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