Winterberg: Schnippeln, graben, sähen, mähen. Gefahr, die im Garten lauert. AOK rät dringend zur Tetanusimpfung

AOK rät drin­gend zur Teta­nus­imp­fung – Gut geschützt in die Gar­ten­sai­son im Hochsauerlandkreis

Schnip­peln, gra­ben, sähen, mähen: Früh­lings­zeit ist auch im Hoch­sauer­land­kreis Gar­ten­zeit. Kör­per­li­che Arbeit an der fri­schen Luft ist posi­tiv für Herz, Kreis­lauf und das Immun­sys­tem und hilft beim Stress­ab­bau. Doch bei der Gar­ten­ar­beit lau­ern auch gesund­heit­li­che Risiken. 

Beim Gärt­nern kann es schnell zu Ver­let­zun­gen durch eine ros­ti­ge Gar­ten­sche­re, Dor­nen am Rosen­stock oder Holz­split­ter am Zaun kommen.

In der Erde lau­ern Krank­heits­er­re­ger wie das Bak­te­ri­um Clos­tri­di­um teta­ni, das dann in die Wun­de ein­drin­gen und die gefähr­li­che Infek­ti­ons­krank­heit Teta­nus (Wund­starr­krampf) aus­lö­sen kann. Ein aus­rei­chen­der Impf­schutz gegen Teta­nus besteht nur, wenn die letz­te Teta­nus­imp­fung nicht län­ger als zehn Jah­re zurück­liegt. „Damit das Gar­ten­ver­gnü­gen der Men­schen im Hoch­sauer­land­kreis unge­trübt bleibt, lohnt sich ein Blick in den Impf­pass, wie lan­ge die letz­te Teta­nus­imp­fung zurück­liegt oder um die­se gege­be­nen­falls auf­fri­schen zu las­sen“, rät die stell­ver­tre­ten­de AOK-Ser­vice­re­gi­ons­lei­te­rin Clau­dia Büden­ben­der.

Bei vie­len Men­schen im Hoch­sauer­land­kreis juckt bereits der grü­ne Daumen. 

Vie­le Arbei­ten ste­hen an, bei denen die Hän­de mit Erde in Berüh­rung kom­men. Das Bak­te­ri­um Clos­tri­di­um teta­ni kommt nahe­zu über­all vor, beson­ders im Boden oder auch im Kom­post­hau­fen. Sie sind wider­stands­fä­hig gegen Hit­ze und Des­in­fek­ti­ons­mit­tel. Ver­let­zun­gen, auch Baga­tel­len wie kleins­te Krat­zer, Schürf­wun­den oder Dor­nen­sti­che, sind für sie das Ein­falls­tor in den Kör­per. Nicht die Bak­te­ri­en selbst ver­ur­sa­chen die Krank­heit, son­dern die bei­den Gif­te, die sie abson­dern. Die­se kön­nen die gefürch­te­ten Krämp­fe aus­lö­sen. „Eine Imp­fung gegen Teta­nus ist die bes­te Mög­lich­keit, einer Infek­ti­on zuver­läs­sig vor­zu­beu­gen. Neben dem Impf­schutz ist aber auch eine sofor­ti­ge Wund­be­hand­lung ent­schei­dend, vor allem bei grö­ße­ren oder ver­schmutz­ten Wun­den“, sagt Büden­ben­der.

Die Zeit vom Ein­drin­gen der Erre­ger in den Kör­per bis zum Aus­bruch der Krank­heit beträgt in der Regel zwi­schen drei Tagen und drei Wochen. Neben anfäng­li­chem Krib­beln und Taub­heits­ge­fühl im Wund­be­reich, Kopf­schmer­zen und Schwin­del kön­nen Schmer­zen und star­ke Krämp­fe ins­be­son­de­re der Zun­gen- und Kie­fer­mus­ku­la­tur sowie der Nacken- und Rücken­mus­ku­la­tur auf­tre­ten. Bei Befall der Atem­mus­ku­la­tur kann aku­te Lebens­ge­fahr bestehen.

Der Impf­schutz ist gene­rell sinn­voll, da eine Infek­ti­on natür­lich nicht nur bei der Gar­ten­ar­beit, son­dern grund­sätz­lich bei jeder klei­nen Ver­let­zung im Frei­en droht. Beson­ders wich­tig ist ein aktu­el­ler Impf­sta­tus für älte­re Men­schen mit Durch­blu­tungs­stö­run­gen, Dia­be­tes und Men­schen mit Erkran­kun­gen der Haut­ober­flä­che, zum Bei­spiel offe­nen Ekze­men. Wäh­rend die Impf­quo­te gegen Teta­nus bei Kin­dern in der Regel über 95 Pro­zent liegt, sinkt sie bei den Erwach­se­nen mit zuneh­men­dem Alter, so die Exper­ten der Bun­des­zen­tra­le für Gesund­heit­li­che Auf­klä­rung (BZgA). Daher soll­ten gera­de älte­re Men­schen an die von der Stän­di­gen Impf­kom­mis­si­on (STI­KO) emp­foh­le­ne Auf­frisch­imp­fung gegen Teta­nus den­ken – nach Ver­let­zun­gen auch mal frü­her als nach zehn Jah­ren. Eine durch­ge­mach­te Teta­nus­er­kran­kung schützt nicht dau­er­haft vor einer erneu­ten Infektion. 

Doch nicht nur ein aus­rei­chen­der Impf­schutz hilft gegen die Erre­ger. Spe­zi­el­le Gar­ten­hand­schu­he und fes­te Schu­he sind bei der Gar­ten­ar­beit sinn­voll. Sie schüt­zen vor klei­nen Ver­let­zun­gen und Infek­tio­nen, erset­zen aller­dings kei­nes­falls die Impfung.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen über Nut­zen und mög­li­chen Neben­wir­kun­gen der Teta­nus-Auf­fri­schungs­imp­fun­gen für Jugend­li­che und Erwach­se­ne lie­fert die AOK-Fak­ten­box unter www​.aok​.de/​f​a​k​t​e​n​b​o​xen im Inter­net. Ant­wor­ten auf vie­le Fra­gen rund um den Teta­nus-Impf­schutz bie­tet auch das Robert-Koch-Insti­tut online unter RKI – Imp­fun­gen A – Z – Schutz­imp­fung gegen Teta­nus: Häu­fig gestell­te Fra­gen und Antworten

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Quel­le: Jörg Lewe, Spe­zia­list Pres­se Ser­vice­re­gi­on. AOK Nord­West. Die Gesundheitskasse.

Bild im Titel: Die Gar­ten­sai­son star­tet. Bevor gegra­ben und gepflanzt wird, soll­te der Teta­nus-Impf­schutz über­prüft werden.
Foto: AOK/​colourbox/​hfr.

Bild: Gefahr, die im Gar­ten lau­ert. Spe­zi­el­le Gar­ten­hand­schu­he und fes­te Schu­he sind ein abso­lu­tes Muss für alle Hobbygärtner
Foto: AOK/​colourbox/​hfr.

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