Die Pläne zur EU-Arzneimittelgesetzgebung gefährden die Zukunftssicherheit des Pharmastandortes

Dr. Hans-Georg Feldmeier: EU-Pläne schwächen den Pharmastandort in seiner Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit …

Der Bun­des­ver­band der Phar­ma­zeu­ti­schen Indus­trie e.V. (BPI) warnt vor den Aus­wir­kun­gen der heu­te von der EU-Kom­mis­si­on vor­ge­leg­ten Legis­la­tiv­vor­schlä­ge: „Die EU-Plä­ne zur Über­ar­bei­tung der Arz­nei­mit­tel­ge­setz­ge­bung schwä­chen den Phar­ma­st­and­ort in sei­ner Inno­va­ti­ons­kraft und Wett­be­werbs­fä­hig­keit“, sagt BPI-Vor­stands­vor­sit­zen­der Dr. Hans-Georg Feldmeier.

„Grund­sätz­lich begrü­ßen wir das Vor­ha­ben der EU-Kom­mis­si­on, nach gut zwan­zig Jah­ren die euro­päi­sche Arz­nei­mit­tel­ge­setz­ge­bung zu über­ar­bei­ten und an den heu­ti­gen Stand der Wis­sen­schaft anzu­pas­sen. Beson­ders in Kri­sen­zei­ten von Lie­fer­eng­päs­sen, Roh­stoff­knapp­heit, Infla­ti­on und geo­po­li­ti­schen Krie­gen zeigt sich, wie wich­tig es ist, dass Arz­nei­mit­tel ver­füg­bar und erschwing­lich sind. Die Logik ist ein­fach: Will man die Arz­nei­mit­tel­ver­sor­gung in allen EU-Mit­glied­staa­ten ver­läss­lich sicher­stel­len, müs­sen For­schung, Ent­wick­lung und Pro­duk­ti­on in Euro­pa auf indus­trie- und stand­ort­freund­li­che Rah­men­be­din­gun­gen tref­fen. Doch die neu­en Legis­la­tiv­vor­schlä­ge der EU-Kom­mis­si­on könn­ten künf­ti­ge Inves­ti­tio­nen und Inno­va­tio­nen in Euro­pa ver­hin­dern“, betont Feldmeier.

„Phar­ma­zeu­ti­sche Unter­neh­men benö­ti­gen für Inves­ti­ti­ons­ent­schei­dun­gen Pla­nungs- und Rechts­si­cher­heit“. Eine Auf­wei­chung des Unter­la­gen­schut­zes und damit eine Redu­zie­rung des Sta­tus-Quo wird bei den Unter­neh­men jedoch nicht dazu füh­ren, For­schung und Ent­wick­lung von Arz­nei­mit­teln in der EU vor­an­zu­trei­ben, sagt Feldmeier

„Auch wenn es ein Balan­ce­akt ist, muss die EU-Kom­mis­si­on einen Rechts­rah­men schaf­fen, der für die mehr als 90 Pro­zent der klein- und mit­tel­stän­disch gepräg­ten Unter­neh­men in Deutsch­land, For­schung, Ent­wick­lung und Pro­duk­ti­on am Stand­ort wirt­schaft­lich leist­bar macht. Es reicht dabei nicht aus, wenn der poli­ti­sche Wil­le zwar vor­han­den ist, doch Anreiz­sys­te­me im Markt feh­len. Um die noch hier­zu­lan­de ansäs­si­gen Pro­duk­ti­ons­stät­ten zu hal­ten und gleich­zei­tig Unter­neh­men auch in Zukunft stär­ker in der EU anzu­sie­deln, bedarf es lang­fris­ti­ger Anrei­ze. Schnel­le­re Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren oder geziel­te staat­li­che För­der­maß­nah­men und ‑mit­tel sind bei der Stand­ort­fra­ge im glo­ba­len Wett­be­werb ent­schei­dend. Über­bor­den­de Bevorratungs‑, Mel­de- oder Trans­pa­renz­pflich­ten schre­cken die Unter­neh­men hin­ge­gen ab“, betont Feldmeier.

Der BPI weist dar­auf hin, dass zudem admi­nis­tra­ti­ve Anfor­de­run­gen und finan­zi­el­le Belas­tun­gen im Inter­es­se der Ver­sor­gungs­si­cher­heit ver­mie­den wer­den soll­ten. Andern­falls wären vor allem klei­ne und mitt­le­re Unter­neh­men (KMU) sowie mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men (Mid Caps) schnell vom büro­kra­ti­schen und finan­zi­el­len Mehr­auf­wand über­las­tet und über­den­ken womög­lich ihre Zulas­sungs­pro­jek­te und Port­fo­li­os. „Die euro­päi­schen Gesetz­ge­ber müs­sen jetzt dafür Sor­ge tra­gen, ein regu­la­to­ri­sches Sys­tem zu schaf­fen, das die beson­de­re Bran­chen­struk­tur berück­sich­tigt und den Phar­ma­st­and­ort wett­be­werbs­fä­hig und zukunfts­si­cher macht“, betont Feldmeier.

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Quel­le: Andre­as Aumann (Pres­se­spre­cher), BPI Bun­des­ver­band der Phar­ma­zeu­ti­schen Industrie
Ori­gi­nal-Con­tent von: BPI Bun­des­ver­band der Phar­ma­zeu­ti­schen Indus­trie, über­mit­telt durch news aktuell

Bild­un­ter­schrift: Der Bun­des­ver­band der Phar­ma­zeu­ti­schen Indus­trie e.V. (BPI) sieht im „Phar­ma Packa­ge“ der EU-Kom­mis­si­on kein Zukunfts­kon­zept für einen wett­be­werbs­fä­hi­gen Pharmastandort.

Bildrechte:©Shutterstock
Fotograf:©lazyllama

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