Blick über den Tellerrand

Winterberg-Totallokal: Winterberger Stadtrat besucht den Warenkorb im Haus Nordhang

win­ter­berg-total­lo­kal: Bür­ger­meis­ter Wer­ner Eick­ler besuch­te jetzt mit 15 Rats­mit­glie­dern den Cari­tas-Waren­korb im „Haus Nord­hang“ am Bahn­hof. Dort wer­den ein­mal pro Woche gespen­de­te Lebens- und Hygie­nemit­tel gegen wenig Geld an bedürf­ti­ge Men­schen aus­ge­ge­ben. Im Jahr 2017 erreich­te das Hilfs­an­ge­bot im Stadt­ge­biet Win­ter­berg ins­ge­samt 207 Per­so­nen, dar­un­ter 85 Kin­der. „Armut ist also auch ein The­ma auf dem Land, direkt bei uns“, sag­te Chris­tof Schwa­ke, Ein­rich­tungs­lei­ter des Haus Nord­han­ges, einem sozi­al­the­ra­peu­ti­schen Wohn­haus für Men­schen mit einer Sucht­er­kran­kung in Trä­ger­schaft des Cari­tas­ver­ban­des Brilon.

Der Besuch des Waren­kor­bes war von der CDU-Rats­frak­ti­on auch vor dem Hin­ter­grund der Dis­kus­sio­nen um die „Esse­ner Tafel“ ange­sto­ßen wor­den. Vor Ort woll­ten sich die hei­mi­schen Man­dats­trä­ger ein eige­nes Bild machen. Aus­kunft aus ers­ter Hand gab Kat­ja Har­nisch­ma­cher, haupt­amt­li­che Mit­ar­bei­te­rin im Haus Nord­hang und ver­ant­wort­lich für den Waren­korb. Das Beson­de­re an dem Win­ter­ber­ger Waren­korb, der 2007 von der Cari­tas initi­iert wur­de, ist, dass sich Bewoh­ner des Haus Nord­han­ges in dem Hilfs­an­ge­bot enga­gie­ren. Sie gehö­ren mit zum Team der sechs Ehren­amt­li­chen. Gemein­sam sor­tie­ren sie die Waren und hel­fen bei der wöchent­li­chen Aus­ga­be. Inter­es­sant war auch der Blick auf die Zah­len hin­ter der Zahl: Aktu­ell sind 90 Ein­kaufs­aus­wei­se aus­ge­stellt. Dafür wird die Bedürf­tig­keit bei­spiels­wei­se via Sozi­al- oder Ren­ten­be­schei­de oder Gehalts­ab­rech­nun­gen geprüft. Arm trotz Arbeit: Das gibt es auch in Win­ter­berg. „Zu uns kom­men alle Alters­klas­sen“, sag­te Kat­ja Har­nisch­ma­cher. Die 90 Aus­wei­se ver­tei­len sich auf 8 Ruhe­ständ­ler, die ihre gerin­ge Ren­te mit Grund­si­che­rung auf­sto­cken müs­sen, 30 Arbeits­lo­sen­geld II Emp­fän­ger und 52 Asyl­be­wer­ber. „Unser Ange­bot erreicht damit ins­ge­samt 222 Per­so­nen. Dazu zäh­len 90 Kin­der“, sag­te Harnischmacher.

Die Moti­va­ti­on der Cari­tas, einen Waren­korb anzu­bie­ten, stell­te Ein­rich­tungs­lei­ter Chris­tof Schwa­ke klar. Er zitier­te aus dem Evan­ge­li­um, der ältes­ten Quel­le und Leit­li­nie für das Cari­tas-Enga­ge­ment. Dar­in ist klar for­mu­liert: Hun­gern­de spei­sen, Dürs­ten­den zu trin­ken geben, Nack­te beklei­den, Frem­de auf­neh­men. Eben­so kon­kret ist in der Sat­zung des Cari­tas­ver­ban­des Bri­lon (CVB) nach­zu­le­sen:  Der CVB hilft Men­schen in Not. Er ver­steht sich als Anwalt und Part­ner Benach­tei­lig­ter und ver­tritt deren Inter­es­sen in Staat, Kir­che und Gesell­schaft. „Wir unter­schei­den also nicht bei Men­schen, die um Hil­fe bit­ten, wel­che Kon­fes­si­on sie haben, ob sie Lands­leu­te sind oder aus einem ande­ren Land kom­men“, beton­te Chris­tof Schwa­ke: „Ent­schei­dend ist für uns als Cari­tas allein die Hilfsbedürftigkeit.“

An den Begriff der Hilfs­be­dürf­tig­keit und der Debat­te um Armut in einem rei­chen Land wie Deutsch­land knüpf­te sich in der Run­de eine rege Dis­kus­si­on an.

Info: Waren­kör­be im Alt­kreis Brilon

  • Gegrün­det wur­den die Waren­kör­be 2003 in Bri­lon, 2005 in Mars­berg, 2007 für Win­ter­berg, Mede­bach und Hal­len­berg sowie in 2010 in Olsberg.
  • Der Waren­korb im Haus Nord­hang hat mitt­wochs von 10.30 bis 11.30 im Haus Nord­hang am Bahn­hof, Am Hagen­blech 53, geöff­net. Infos auch unter 02981 – 3255

Quel­le: San­dra Wamers, Cari­tas­ver­band Bri­lon e.V.

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