Dringender Nachbesserungsbedarf!

Winterberg-Totallokal: Die Arbeitsgemeinschaft Behindertenhilfe im Erzbistum Paderborn kritisiert den Gesetzentwurf zum Bundesteilhabegesetz als nicht akzeptabel.

win­ter­berg-total­lo­kal:   Schar­fe Kri­tik am Ent­wurf des Bun­des­teil­ha­be­ge­set­zes hat die Arbeits­ge­mein­schaft der Ein­rich­tun­gen und Diens­te der Behin­der­ten­hil­fe und Psych­ia­trie im Erz­bis­tum Pader­born geübt. „Dies ist kein Gesetz­ent­wurf, den wir in der jet­zi­gen Fas­sung akzep­tie­ren kön­nen“, sag­te Heinz-Georg Eirund, Vor­sit­zen­der Arbeits­ge­mein­schaft und Vor­stand des Cari­tas­ver­ban­des Bri­lon, bei der Mit­glie­der­ver­samm­lung. „Es besteht drin­gend Nach­bes­se­rungs­be­darf, da ansons­ten die jet­zi­ge Qua­li­tät der Betreu­ung von Men­schen mit hohen Unter­stüt­zungs­be­dar­fen nicht gehal­ten wer­den kann.“ Die Arbeits­ge­mein­schaft ver­tritt 121 Ein­rich­tun­gen und Diens­te, die rund 15.000 Men­schen mit Behin­de­rung bei ihrer Teil­ha­be am Leben in der Gesell­schaft und am Arbeits­le­ben bera­ten, unter­stüt­zen und fördern.

Ursprüng­lich habe das geplan­te Gesetz ein „Mehr an Teil­ha­be“ brin­gen sol­len. Das wer­de in die­ser Form aber nicht gewähr­leis­tet, sag­te Eirund. Das geplan­te Gesetz ver­ur­sa­che in die­ser Form einen enor­men Ver­wal­tungs­auf­wand, kri­ti­sier­te er. „Es besteht die Gefahr, dass durch die vie­len unter­schied­li­chen Kos­ten­trä­ger ein Wirr­warr ent­steht. Wir befürch­ten, dass der Streit um die Zustän­dig­keit, der dar­aus vor­aus­sicht­lich ent­ste­hen wird, auf dem Rücken der Betrof­fe­nen aus­ge­tra­gen wird.“

Ein wesent­li­cher Knack­punkt des Gesetz­ent­wur­fes sei der beab­sich­tig­te Vor­rang der Pfle­ge vor Leis­tun­gen der Ein­glie­de­rungs­hil­fe, erläu­ter­te Jani­na Bes­se­nich, stell­ver­tre­ten­de Geschäfts­füh­re­rin des bun­des­wei­ten Fach­ver­ban­des Cari­tas Behin­der­ten­hil­fe und Psych­ia­trie. Die­ser ber­ge die Gefahr, dass Men­schen mit Behin­de­rung zukünf­tig unter die Zustän­dig­keit der Pfle­ge­ver­si­che­rung fal­len und in Pfle­ge­ein­rich­tun­gen gedrängt wer­den könn­ten. Damit wür­den die bis­he­ri­gen Stan­dards für die Leis­tun­gen zur gesell­schaft­li­chen Teil­ha­be auf der Stre­cke blei­ben, kri­ti­sier­te Bes­se­nich. Wegen der Män­gel des Gesetz­ent­wur­fes ruft der Cari­tas Behin­der­ten­hil­fe und Psych­ia­trie e. V. gemein­sam mit ande­ren Ver­bän­den der Behin­der­ten­hil­fe zu einer Kund­ge­bung am 7. Novem­ber in Ber­lin auf.

Micha­el Brohl vom Diö­ze­san-Cari­tas­ver­band Pader­born, Geschäfts­füh­rer der Arbeits­ge­mein­schaft, erläu­ter­te die mit der Gesetz­ge­bung ein­her­ge­hen­den Ände­run­gen im Ver­eins­recht, die Neu­ver­hand­lun­gen von Rah­men­ver­trä­gen mit der Frei­en Wohl­fahrts­pfle­ge not­wen­dig mach­ten. Die­se Auf­ga­be wer­de der Diö­ze­san-Cari­tas­ver­band in enger Abstim­mung mit den Ein­rich­tungs­trä­gern angehen.

Bei den tur­nus­mä­ßig anste­hen­den Wah­len bestä­tig­te die Mit­glie­der­ver­samm­lung den bis­he­ri­gen Vor­stand der Arbeits­ge­mein­schaft für drei wei­te­re Jah­re im Amt.

Foto (cpd): Kri­ti­sie­ren den Ent­wurf des Bun­des­teil­ha­be­ge­set­zes: Der neue und alte Vor­stand der Arbeits­ge­mein­schaft der Ein­rich­tun­gen und Diens­te der Behin­der­ten­hil­fe und Psych­ia­trie im Erz­bis­tum Pader­born mit (von links) dem Vor­sit­zen­den Heinz-Georg Eirund (Cari­tas Bri­lon), Gabrie­le Lei­fels (SKM Lipp­stadt), Elke Krau­se (Cari­tas Dort­mund) und Geschäfts­füh­rer Micha­el Brohl (Diö­ze­san-Cari­tas­ver­band Paderborn).

Quel­le: San­dra Wamers, Cari­tas Brilon

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