Grimme wird greifbar und lebendig: Neues Museum in Assinghausen offiziell eröffnet

Es war sein Geburtsort Assinghausen, der in Friedrich Wilhelm Grimme das Fundament …

Ols­berg. Es war sein Geburts­ort Assing­hau­sen, der in Fried­rich Wil­helm Grim­me das Fun­da­ment für sei­ne Hei­mat­dich­tun­gen, Erzäh­lun­gen und Lyrik leg­te. Dass die­se Lie­be kei­nes­wegs ein­sei­tig ist, zeigt die Bedeu­tung, die der Begrün­der der sau­er­län­di­schen Mund­art­li­te­ra­tur bis heu­te in Assing­hau­sen genießt. Nun hat die­se Wert­schät­zung einen neu­en Aus­druck bekom­men: Das neue Grim­me-Muse­um im Dorf­ge­mein­schafts­haus ist offi­zi­ell eröffnet.

Auf einer Fläche von 60 Qua­drat­me­tern kön­nen Inter­es­sier­te nun das Leben und Wir­ken Grim­mes, der 1827 in Assing­hau­sen gebo­ren wur­de, erle­ben – anhand von Ori­gi­nal- Expo­na­ten wie zum Bei­spiel Grim­mes Schreib­tisch, aber auch durch mul­ti­me­dia­le Ele­men­te: Auf einem Touch­screen kann man Grim­mes Lyrik hör- und sicht­bar machen; direkt dane­ben haben beson­ders jun­ge Besu­che­rin­nen und Besu­cher die Mög­lich­keit, Wor­te zu Sät­zen zu machen – genau wie ein Dich­ter oder Schrift­stel­ler. In vier Sta­tio­nen wird das Leben Grim­mes leben­dig: Fami­lie, Lebens­sta­tio­nen, Wir­ken und Rezep­ti­on wer­den in ver­ständ­li­chen Tex­ten und anhand von Ori­gi­nal-Doku­men­ten leben­dig. Dane­ben gibt es wei­te­re Räu­me, in denen unter ande­rem das Dorf­ar­chiv unter­ge­bracht ist.

„Hier ist wirk­lich ein Klein­od ent­stan­den“, freu­te sich denn auch Ols­bergs Bür­ger­meis­ter Wolf­gang Fischer. 

Er dank­te den För­der­ge­bern eben­so wie dem Grim­me-Kreis um Orts­hei­mat­pfle­ger Georg Strat­mann: „Sie alle haben einen erheb­li­chen Teil dazu bei­getra­gen, dass es jetzt hier ein moder­nes, mul­ti­me­dia­les Muse­um gibt.“ Rund 140.000 Euro wur­den in die bau­li­che Umge­stal­tung der Räu­me inves­tiert, hin­zu kom­men rund 85.000 Euro für die Aus­stel­lung. Mög­lich wur­de das Pro­jekt vor allem durch För­der­mit­tel: Knapp 40.000 Euro stam­men aus dem Hei­mat-Fonds des NRW-Minis­te­ri­ums für Hei­mat, Kom­mu­na­les, Bau und Gleich­stel­lung, mit 22.000 Euro för­dert die NRW-Stif­tung das Pro­jekt. Auch die LEA­DER-Regi­on Hoch­sauer­land und die Bür­ger­stif­tung „Wir in Ols­berg“ haben Bei­trä­ge geleistet.

Gut inves­tier­tes Geld, wie der hei­mi­sche Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Mat­thi­as Kerkhoff unter­strich: „Nur wer die Geschich­te kennt, kann die Gegen­wart ver­ste­hen und Rück­schlüs­se für die Zukunft zie­hen.“ Das Muse­um „über­set­ze“ das Schaf­fen Grim­mes in die Jetzt-Zeit. Damit mache die Ein­rich­tung nicht nur Assing­hau­sen, son­dern auch die Stadt Ols­berg und das Sau­er­land bei Besu­che­rin­nen und Besu­chern bekannt. Eben­so wie Mat­thi­as Kerkhoff dank­te auch Karl-Peter Bren­del, Vor­stands­mit­glied der NRW-Stif­tung, den Ehren­amt­li­chen, die sich für das Andenken Fried­rich Wil­helm Grim­mes ein­set­zen – Karl-Peter Bren­del: „Bei Ehren­amt­li­chen ist eine För­de­rung immer rich­tig angelegt.“

An der Spit­ze: Ort­hei­mat­pfle­ger Georg Strat­mann. Gemein­sam mit Orts­vor­ste­her Ingo Hanf­land und dem gesam­ten Arbeits­kreis sei es beson­ders sein Ver­dienst, „dass hier etwas Ein­zig­ar­ti­ges ent­stan­den ist“, so Bür­ger­meis­ter Wolf­gang Fischer.

Georg Strat­mann wies in sei­ner Fest­re­de beson­ders auf die Ver­bin­dung des Ortes zu Fried­rich Wil­helm Grim­me hin. 1907 sei das Grim­me-Denk­mal errich­tet wor­den; 1937 – zum 50.

Todes­tag Grim­mes – ein ers­tes Muse­um in sei­nem Geburts­haus. Nach dem II. Welt­krieg wur­den die­se Räu­me für Wohn­zwe­cke benö­tigt, die Muse­ums-Expo­na­te auf einen Dach­bo- den aus­ge­la­gert – ein Anlass, zu dem Ehren­bür­ger­meis­ter Elmar Reu­ter, Vor­sit­zen­der des Sau­er­län­der Hei­mat­bun­des, aus dem Archiv ein bit­ter­bö­ses Schrei­ben eines Hei­mat­freun­des zitier­te, das heu­te eher für ein Schmun­zeln sorgt. Es sei ein lan­ger Weg zum heu­ti­gen Grim­me-Muse­um gewe­sen, resü­mier­te Geog Strat­mann – er dank­te allen Unter­stüt­zern und „sei­nem“ Grim­me-Kreis, für den das Pro­jekt stets eine Her­zens­an­ge­le­gen­heit gewe­sen sei.

Für das Dorf sei das neue Muse­um eine Berei­che­rung, unter­strich Orts­vor­ste­her Ingo Hanf­land: „Dar­auf kön­nen wir alle als Asker stolz sein.“ Grim­me habe schon immer eine wich­ti­ge Rol­le im Ort gespielt, so Ingo Hanf­land – so rich­tig greif­bar sei er als Per­son mit sei­ner Lebens­ge­schich­te und sei­nem Schaf­fen aber nicht gewe­sen: „Das ist jetzt anders.“

______________________________

Quel­le: i. A. Jörg Fröh­ling, Pres­se und Öffent­lich­keits­ar­beit der Stadt Olsberg

Foto: Das neue Grim­me-Muse­um in Assing­hau­sen ist offi­zi­ell eröffnet
(v.li.) Bür­ger­meis­ter Wolf­gang Fischer, Orts­hei­mat­pfle­ger Georg Strat­mann, Orts­vor­ste­her Ingo Hanf­land, Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter Mat­thi­as Kerkhoff und Karl-Peter Bren­del, Vor­stands­mit­glied der NRW-Stiftung.
Fotocredit:©:Stadt Olsberg