Dirk Wiese zur Wasserkraft im Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG)

Die SPD setzten sich dafür ein, die Wasserkraft weiter im bisherigen Förderrahmen zu unterstützen

win­ter­berg-total­lo­kal: Hoch­sauer­land­kreis / Ber­lin: “Die Was­ser­kraft hat in den letz­ten Wochen vie­le Men­schen in Deutsch­land bewegt. Mich und mei­ne Kol­le­gen im Bun­des­tag haben zahl­rei­che Schrei­ben zu dem The­ma erreicht. In den letz­ten Wochen haben mei­ne Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen und ich, in kon­struk­ti­ven Gesprä­chen mit unse­ren Ampel-Part­nern, eine Lösung zur wei­te­ren För­de­rung von klei­nen Was­ser­kraft­wer­ken fin­den kön­nen.”, so Dirk Wie­se, stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der der SPD-Bundestagsfraktion.

Die im Kabi­netts­be­schluss zum sog. Oster­pa­ket ursprüng­lich vor­ge­se­he­ne Rege­lung sah eine Ver­knüp­fung des För­der­rechts nach dem EEG und des Fach­rechts nach dem Was­ser­haus­halts­ge­setz (WHG) vor. In wei­te­rer Kon­se­quenz wäre ers­tens die För­de­rung für klei­ne Was­ser­kraft­an­la­gen mit einer Leis­tung unter 500 Kilo­watt (kW) zum 01.01.2023 gänz­lich gestri­chen und auch für Anla­gen über 500 kW abge­senkt wor­den. Begrün­det wur­de dies damit, dass gera­de die “klei­nen Anla­gen” unter 500 kW einen rela­tiv gro­ßen Scha­den an der Gewäs­ser­öko­lo­gie verursachen.

Zwei­tens wären bei Ertüch­ti­gungs­maß­nah­men (“Re-Powe­ring”) an den bestehen­den Anla­gen nach dem WHG Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren auch bei Maß­nah­men, die sich nicht auf Art und Aus­maß der Gewäs­ser­nut­zung aus­wir­ken, not­wen­dig gewe­sen. Die­se Ver­knüp­fung des Fach­rechts mit dem För­der­recht schien den SPD-Energiepolitiker:innen jedoch nicht sach­ge­recht. Denn Bau und Betrieb einer Was­ser­kraft­an­la­ge erfol­gen ohne­hin auf Grund­la­ge einer was­ser­recht­li­chen Zulassung.

Die Energiepolitiker:innen der SPD setz­ten sich von Anfang an dafür ein, die Was­ser­kraft in Deutsch­land wei­ter im bis­he­ri­gen För­der­rah­men zu unter­stüt­zen. Ers­tens weil fos­si­le Ener­gie­quel­len ungleich schwe­re­re nega­ti­ve Aus­wir­kun­gen auf die Öko­lo­gie haben. Zwei­tens weil Was­ser­kraft­wer­ke grund­last­fä­hi­ge, dezen­tra­le und erneu­er­ba­re Ener­gie­quel­len sind – und damit alle wich­ti­gen Eigen­schaf­ten der Ener­gie­wen­de auf sich ver­ei­nen. Drit­tens, weil vie­le Bür­ge­rin­nen und Bür­ger selbst in Was­ser­kraft­pro­jek­ten enga­giert sind und somit eine gro­ße Akzep­tanz dafür schaf­fen. Und vier­tens, weil wir uns gera­de in Kriegs­zei­ten und einer dadurch ver­ur­sach­ten fos­si­len Kri­se nicht erlau­ben kön­nen, auf eine natio­na­le erneu­er­ba­re Ener­gie­quel­le zu verzichten.

Nach­dem das EEG 2023 in der letz­ten Sit­zungs­wo­che im Bun­des­tag und im Bun­des­rat beschlos­sen wur­de, kön­nen wir fest­stel­len, dass unser Ein­satz erfolg­reich war.

Die lan­gen und inten­si­ven Ver­hand­lun­gen mit den Koali­ti­ons­part­nern der Grü­nen und FDP konn­ten zu dem Ergeb­nis gebracht wer­den, dass die was­ser­recht­li­chen Ein­schrän­kun­gen, wie sie sich noch im Kabi­netts­be­schluss zum EEG 2023 fan­den, gänz­lich gestri­chen wur­den. Es gilt wei­ter­hin der Sta­tus quo des EEG 2021. Alle Was­ser­kraft­an­la­gen – unab­hän­gig von der Leis­tung – kön­nen somit in Deutsch­land mit dem gewohn­ten För­der­rah­men wei­ter­be­trie­ben und “re-powered” wer­den. Das ist auch eine gute Nach­richt für das Sauerland.

Beson­ders wich­tig: Im Rah­men der Novel­le des EEG 2023 wur­de der Was­ser­kraft – wie den ande­ren Erneu­er­ba­ren Ener­gien – das “über­ra­gen­de öffent­li­che Inter­es­se” zuge­spro­chen. Das bedeu­tet, dass alle Erneu­er­ba­ren Ener­gien in der Schutz­gü­ter­ab­wä­gung Vor­rang vor ande­ren abwä­gungs­er­heb­li­chen Belan­gen haben.

 

Foto­credits: Mar­co Urban

Quel­le: Dirk Wie­se, MdB

 

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