Brandanschlag: Bundeswehr hilft nach Stromausfall in Berlin

Brandanschlag: Bundeswehr hilft nach Stromausfall in Berlin

Ber­lin: Nach einem Brand­an­schlag auf die Strom­ver­sor­gung im Süd­wes­ten Ber­lins waren am Mor­gen des 3. Janu­ars 2026 etwa 45.000 Haus­hal­te, über 2.000 Betrie­be und vie­le öffent­li­che Ein­rich­tun­gen ohne Strom und Wär­me. Nach Ein­gang eines ers­ten Amts­hil­fe­an­trags am 5. Janu­ar lief noch am glei­chen Tag die Unter­stüt­zung der Bun­des­wehr vor Ort an.

Dun­kel­heit, Käl­te, kein war­mes Essen, kein Strom – es waren Bil­der eines Aus­nah­me­zu­stands, die sich in Ber­lin seit dem ver­gan­ge­nen Wochen­en­de zeig­ten. Zehn­tau­sen­de Men­schen lit­ten und lei­den unter den Aus­wir­kun­gen des Brand­an­schlags auf die Strom­ver­sor­gung im Süd­wes­ten der Stadt. Auch wenn mitt­ler­wei­le Super­märk­te wie­der geöff­net haben und auch sämt­li­che Pfle­ge­ein­rich­tun­gen wie­der mit Strom – bei­spiels­wei­se aus Not­strom­ag­gre­ga­ten – ver­sorgt sind, bleibt die Lage für sie oft wei­ter äußerst herausfordernd.

Bundeswehr ist da, wenn sie gebraucht wird

Von Beginn an waren Ange­hö­ri­ge des Lan­des­kom­man­dos Ber­lin, des­sen Kern­auf­trag die Koor­di­nie­rung der zivil-mili­tä­ri­schen Zusam­men­ar­beit in der Haupt­stadt ist, in den Kri­sen­sit­zun­gen und Lage­be­spre­chun­gen der Behör­den zur Bewäl­ti­gung der Lage ver­tre­ten. Ziel war und ist, schon dort mög­li­che Unter­stüt­zungs­an­ge­bo­te beim Ein­satz der Bun­des­wehr unter Ein­hal­tung der recht­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen aus­zu­lo­ten und Emp­feh­lun­gen abzugeben.

Logistiker aus Beelitz vor Ort

Mit dem dem Aus­ru­fen der Groß­scha­dens­la­ge am Sonn­tag sei­tens der Ber­li­ner Innen­se­na­to­rin wur­de die Koor­di­nie­rung der Hil­fe­leis­tun­gen noch­mals gestrafft. Der ers­te Hil­fe­leis­tungs­an­trag an das Ope­ra­ti­ve Füh­rungs­kom­man­do der Bun­des­wehr (OpFüK­doB­w­Ope­ra­ti­ves Füh­rungs­kom­man­do der Bun­des­wehr) umfass­te dann am Mon­tag die Unter­stüt­zung bei der Ver­sor­gung mit Kraft­stoff. Seit­dem sind Sol­da­tin­nen und Sol­da­ten des Logis­tik­ba­tail­lons 172 aus dem bran­den­bur­gi­schen Beelitz mit Tank­fahr­zeu­gen im Ein­satz. Sie ver­sor­gen an einem zen­tra­len Punkt klei­ne­re Fahr­zeu­ge des Tech­ni­schen Hilfs­werks (THW­Tech­ni­sches Hilfs­werk) und der Feu­er­wehr, die dann wie­der­um die zahl­rei­chen Not­strom­ag­gre­ga­te im betrof­fe­nen Stadt­ge­biet mit Kraft­stoff befüllen.

Soldaten des Logistikbataillons 172 aus Beelitz betanken seit dem 5. Januar 2026 Fahrzeuge von THWTechnisches Hilfswerk und Feuerwehr, die den Kraftstoff weiter verteilen
@Bundeswehr/Tom Twar­dy

Warmes Essen und Unterkunft

Zwi­schen­zeit­lich gin­gen zwei wei­te­re Hil­fe­leis­tungs­an­trä­ge beim OpFüK­doB­w­Ope­ra­ti­ves Füh­rungs­kom­man­do der Bun­des­wehr ein. Hier erfolgt vor einer Geneh­mi­gung stets eine recht­li­che und for­ma­le Prü­fung sowie die Res­sour­cen­ab­fra­ge inner­halb der Bun­des­wehr. Denn es bleibt zu beach­ten, dass die Streit­kräf­te weder Per­so­nal noch Mate­ri­al für der­ar­ti­ge Ein­sät­ze in Bereit­schaft bereit­hal­ten, son­dern immer eine Ein­zel­fall­prü­fung vor­ge­nom­men wer­den muss.

Den­noch berei­te­ten die Trup­pen­kü­chen der Stand­or­te Ber­lin-Gatow und Beelitz in sehr kur­zer Zeit bereits am 6. Janu­ar ins­ge­samt rund 1.000 war­me Mit­tag­essen zu. Sie wur­den vom Lan­des­kom­man­do Ber­lin an zwei Aus­ga­be­stel­len zur Ver­sor­gung der Bevöl­ke­rung gebracht. Wei­te­re Maß­nah­men die­ser Art kön­nen in den nächs­ten Tagen auf Abruf fol­gen. Dane­ben wer­den aktu­ell etwa 70 Feu­er­wehr­leu­te aus ande­ren Bun­des­län­dern für den Zeit­raum ihres Ein­sat­zes in Ber­li­ner Kaser­nen untergebracht.

Ins­ge­samt ist aktu­ell eine mitt­le­re zwei­stel­li­ge Zahl von Sol­da­tin­nen und Sol­da­ten an die­sem Amts­hil­fe­ein­satz im Süd­wes­ten Ber­lins beteiligt.

 

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Quel­le: PIZ OpFüKdoBw
Foto­credits: @Bundeswehr/Tom Twardy