Wetterbilanz 2025: Nur vier Mal in den letzten 99 Jahren war es noch trockener

Wetterbilanz 2025: Nur vier Mal in den letzten 99 Jahren war es noch trockener

Ruhr­ver­band: Ruhr­ver­band spart dank nied­ri­ge­rer Grenz­wer­te rech­ne­risch eine gan­ze Tal­sper­re ein 2025 war das ers­te Kalen­der­jahr, in dem der Ruhr­ver­band sein Tal­sper­ren­sys­tem nach den neu­en, nied­ri­ge­ren Grenz­wer­ten für die Min­dest­was­ser­füh­rung in der Ruhr bewirt­schaf­ten durf­te – der nord­rhein-west­fä­li­sche Land­tag hat­te die dafür not­wen­di­ge Geset­zes­än­de­rung nach lan­gem poli­ti­schem Rin­gen im Dezem­ber 2024 beschlos­sen. Und schon bald soll­te sich zei­gen, wie drin­gend not­wen­dig die­se Ent­schei­dung war: Das gera­de zu Ende gegan­ge­ne Jahr 2025 gehört zu den fünf tro­ckens­ten, die der
Ruhr­ver­band in sei­nen bis 1927 zurück­rei­chen­den Nie­der­schlags­mes­sun­gen ver­zeich­net hat.

Um die Min­dest­was­ser­füh­rung in der Ruhr auch im Jahr 2025 auf­recht­zu­er­hal­ten, muss­te der Ver­band daher gro­ße Men­gen Was­ser aus sei­nen Tal­sper­ren an das Fluss­sys­tem abge­ben. Aller­dings fast 32 Mil­lio­nen Kubik­me­ter weni­ger, als es ohne die Geset­zes­än­de­rung not­wen­dig gewe­sen wäre. Anders aus­ge­drückt: Für die Ein­hal­tung der alten Grenz­wer­te hät­te der Ruhr­ver­band im ver­gan­ge­nen Jahr eine zusätz­li­che Was­ser­men­ge benö­tigt, die in etwa dem Fas­sungs­ver­mö­gen der Ver­se­tal­sper­re entspricht!

Ins­ge­samt fie­len weni­ger als drei Vier­tel des mitt­le­ren Jah­res­nie­der­schlags (minus 27 %). Beson­ders bemerk­bar mach­te sich dabei das frü­he Ein­set­zen der Tro­cken­heit bereits im Febru­ar (minus 74 % Nie­der­schlag) und März (minus 82 % Nie­der­schlag), denn wäh­rend die­se bei­den Mona­te übli­cher­wei­se zum Auf­stau von Was­ser­vor­rä­ten genutzt wer­den kön­nen, muss­te 2025 statt­des­sen bereits ab März Was­ser zur Auf­recht­erhal­tung der Min­dest­was­ser­füh­rung in der Ruhr aus den Tal­sper­ren abgegeben
wer­den. Bis Jah­res­en­de sum­mier­te sich die Zuschuss­pflicht am Pegel Vil­ligst nach vor­läu­fi­gen Berech­nun­gen auf 182 Tage – also fast auf den Tag genau ein hal­bes Jahr. So lan­ge hät­te die Was­ser­füh­rung in der Ruhr bei Schwer­te unter dem gesetz­li­chen Min­dest­ab­fluss gele­gen, wenn es die Tal­sper­ren des Ruhr­ver­bands nicht gäbe. An rund 30 Tagen wäre die Ruhr bei Schwer­te sogar voll­stän­dig trockengefallen.

Der Blick auf die Tem­pe­ra­tu­ren bestä­tigt ein­mal mehr den Trend, dass es im Ruhr­ein­zugs­ge­biet immer wär­mer wird. Zwar lag die Mit­tel­tem­pe­ra­tur 2025 mit 9,8 Grad Cel­si­us erst­mals seit drei Jah­ren wie­der unter der 10-Grad-Mar­ke, doch im Ver­gleich zum lang­jäh­ri­gen Mit­tel­wert der Zeit­rei­he 1991 bis 2020 war es immer noch um 0,8 Grad zu warm. Damit belegt das Jahr 2025 Platz sie­ben der wärms­ten Kalen­der- jah­re seit Beginn der Tem­pe­ra­tur­auf­zeich­nun­gen vor 145 Jahren.

 

Übri­gens: Auch auf den ers­ten sechs Plät­zen der Wär­me­r­ang­lis­te fin­den sich aus­nahms­los Jah­re seit der Jahr­tau­send­wen­de, dar­un­ter die drei Spit­zen­rei­ter 2022, 2023 und 2024. Es bleibt also unterm Strich die Erkennt­nis: Der Kli­ma­wan­del mit sei­nen Extrem­wet­ter­pha­sen ist auch im Ruhr­ein­zugs­ge­biet das „neue Nor­mal“ und wird die kri­ti­sche Infra­struk­tur in Zukunft vor noch grö­ße­re Her­aus­for­de­run­gen stellen.

 

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Quel­le: Ruhrverband
Foto­credits: Ruhrverband