Männerproblem Gicht

Männerproblem Gicht

Im Hochsauerlandkreis leiden deutlich mehr Männer als Frauen an einem zu hohen Harnsäurespiegel

Hoch­sauer­land­kreis: Der Schmerz beginnt meist nachts – oft in der Groß­ze­he. Das Gelenk ist gerö­tet, geschwol­len und schmerzt bei der kleins­ten Bewe­gung. Ursa­che ist ein zu hoher Harn­säu­re­spie­gel im Blut, der zu Ent­zün­dun­gen in den Gelen­ken führt. Im ver­gan­ge­nen Jahr such­ten 1.421 AOK-Ver­si­cher­te im Hoch­sauer­land­kreis wegen Gicht ärzt­li­che Hil­fe. Deut­lich mehr Män­ner (1.076) als Frau­en (345) waren betrof­fen. „Schlech­te Ernäh­rungs­ge­wohn­hei­ten sind häu­fig der Grund für einen erhöh­ten Harn­säu­re­spie­gel und die damit ver­bun­de­nen schmerz­haf­ten Gicht-Anfäl­le“, erklärt AOK-Ser­vice­re­gi­ons­lei­ter Dirk Schneider.

Warum Frauen seltener erkranken

Gicht-Beschwer­den begin­nen meis­tens ab einem Alter von 45 Jah­ren. Frau­en erkran­ken spä­ter als Män­ner, da die weib­li­chen Geschlechts­hor­mo­ne einen Schutz gegen die­se Erkran­kung bie­ten. Im Hoch­sauer­land­kreis beträgt der Anteil der an Gicht erkrank­ten Män­ner 75,7 Prozent.

Es beginnt meistens in der Großzehe

Zu viel Harn­säu­re im Blut (Hyper­urik­ämie) bil­det sich, wenn der Kör­per sie nicht über die Nie­ren aus­schei­den kann. Sie lagert sich dann in den Gelen­ken ab, häu­fig zuerst in der Groß­ze­he, aber auch an Ellen­bo­gen, Hand­ge­len­ken, Fin­gern und Knien. Gro­ße Gelen­ke wie Schul­ter oder Hüf­te sind sel­te­ner betrof­fen. Die Sym­pto­me rei­chen von schmer­zen­den Gelen­ken über Bewe­gungs­ein­schrän­kun­gen bis hin zu Nie­ren­stei­nen und lang­fris­ti­gen Gelenkverformungen.

Gicht verläuft schubweise

In der aku­ten Pha­se kommt Gicht plötz­lich und schmerz­haft. Ein Gicht­an­fall tritt auf, wenn der Harn­säu­re­spie­gel einen kri­ti­schen Punkt erreicht. Exper­ten emp­feh­len dann eine sofor­ti­ge Umstel­lung der Ernäh­rung und des Lebens­stils, um die Beschwer­den zu lin­dern und eine chro­ni­sche Erkran­kung zu ver­mei­den. Auch wenn die Sym­pto­me zwi­schen den Anfäl­len ver­schwin­den, schrei­ten die Gelenk­ver­än­de­run­gen fort. Ein dau­er­haft erhöh­ter Harn­säu­re­spie­gel kann zu blei­ben­den Schä­den und Defor­ma­tio­nen an den Gelen­ken führen.

Gicht ist nicht heilbar, aber gut behandelbar

Nicht immer ist der Lebens­stil schuld: Auch ange­bo­re­ne Stö­run­gen der Harn­säu­re­aus­schei­dung oder Nie­ren­er­kran­kun­gen kön­nen zu einem Anstieg des Harn­säu­re­spie­gels füh­ren. Medi­ka­men­te zur Sen­kung des Harn­säu­re­spie­gels, schmerz­lin­dern­de Mit­tel und Bera­tun­gen zur gesun­den Ernäh­rung sind Teil der Behand­lung. „Die gute Nach­richt: Gicht ist zwar nicht heil­bar, aber eine kon­se­quen­te The­ra­pie ver­bes­sert die Pro­gno­se deut­lich“, so Schneider.

Die AOK Nord­West unter­stützt Betrof­fe­ne mit Gesund­heits­kur­sen, Ernäh­rungs­schu­lun­gen und indi­vi­du­el­ler Beratung.

Wei­te­re Infor­ma­ti­on unter www​.aok​.de Stich­wort ‚Ernäh­rungs­be­ra­tung‘.

 

 

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Quel­le: AOK NordWest
Bild: Im Hoch­sauer­land­kreis haben im ver­gan­ge­nen Jahr 1.421 AOK-Ver­si­cher­te wegen Gicht ärzt­li­che Hil­fe in Anspruch genom­men. Män­ner (1.076) sind deut­lich häu­fi­ger betrof­fen als Frau­en (345).
Foto­credits: AOK/​colourbox/​hfr.