Vortragsreihe „Demokratie im Dialog“ im Sauerland-Museum

Vortragsreihe „Demokratie im Dialog“ im Sauerland-Museum

„Einführung in die Antisemitismuskritik: Das Werk Jean Amérys“

Hoch­sauer­land­kreis: Das Sau­er­land-Muse­um in Arns­berg lädt unter der Vor­trags­rei­he “Demo­kra­tie im Dia­log” zu einem Vor­trag der Poli­tik­wis­sen­schaft­ler­ein Tina San­ders aus Leip­zig ein. Sie führt in die Anti­se­mi­tis­mus­kri­tik ein und beschäf­tigt sich mit dem Werk des Schrift­stel­lers Jean Améry.

Jean Amé­ry, säku­la­rer Jude, Schrift­stel­ler, Wider­stands­kämp­fer und Über­le­ben­der meh­re­rer KZs, nahm sich 1978 das Leben. Bereits 1966, in sei­ner Essay­samm­lung ‘Jen­seits von Schuld und Süh­ne – Bewäl­ti­gungs­ver­su­che eines Über­wäl­tig­ten’, stell­te er dar, dass ihn die Ent­mensch­li­chung und Fol­ter, der Ver­lust sei­ner Hei­mat und das Ein­bü­ßen von “Welt­ver­trau­en”, die ihm im Zuge des Natio­nal­so­zia­lis­mus auf­grund sei­nes “Judes­eins” wider­fuh­ren, für immer fun­da­men­tal erschüt­tert hat­ten. Er wies außer­dem schon früh dar­auf hin, dass “unter dem Ban­ner des Anti-Zio­nis­mus der alte mise­ra­ble Anti­se­mi­tis­mus sich wie­der her­vor­wagt”, indem Isra­el “als faschis­tisch, impe­ria­lis­tisch und kolo­nia­lis­tisch” betrach­tet wird. Dies betraf nicht nur sei­nes Erach­tens bereits in den 1960er Jah­ren auch “Deutsch­lands jun­ge lin­ke Demokraten”.

Im Vor­trag wird anhand sei­nes Werks in die Sho­ah, aber auch spä­te­re, lei­der höchst aktu­el­le und viru­len­te For­men des Anti­se­mi­tis­mus ein­ge­führt. In der anschlie­ßen­den Dis­kus­si­on kann des Wei­te­ren gene­rel­ler auf Grund­la­gen des Anti­se­mi­tis­mus ein­ge­gan­gen wer­den oder Fra­gen gestellt werden.

Der Vor­trag fin­det am Diens­tag, 4. Novem­ber 2025 um 18 Uhr im Blau­en Haus des Sau­er­land-Muse­ums (Alter Markt 30) statt. Der Ein­tritt ist frei.

Tina San­ders ist Poli­tik­wis­sen­schaft­le­rin und Sozio­lo­gin. Ihre Schwer­punk­te sind Anti­se­mi­tis­mus und Frau­en­rechts­ver­let­zun­gen sowie Kri­tik an Islam und Iden­ti­täts­po­li­tik. Sie war ver­ant­wort­lich für den Auf­bau der Recher­che- und Infor­ma­ti­ons­stel­le Anti­se­mi­tis­mus (RIAS) Sach­sen. Ihre Arti­kel sind bis­her u. a. in der “ver­sor­ge­rin”, der “Jungle World” und dem “nd” erschie­nen. Außer­dem hat sie für den Sam­mel­band “Gesich­ter des poli­ti­schen Islam” (Edi­ti­on Tiamat, 2023) einen Bei­trag zu den Tali­ban und Frau­en­rech­ten in Afgha­ni­stan beigesteuert.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen und Anmel­dun­gen tele­fo­nisch unter Tel.: 02931÷94−4444, per E‑Mail an sauerlandmuseum@​hochsauerlandkreis.​de oder auf der Home­page www​.sau​er​land​-muse​um​.de.

 

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Quel­le: Hoch­sauer­land­kreis – Mar­tin Reu­ther (V.i.S.d.P.)
Foto­credits: Alex­an­dra Zander