Jeder dritte Erstklässler im Hochsauerlandkreis hat bereits Zahnfüllungen

Jeder dritte Erstklässler im Hochsauerlandkreis hat bereits Zahnfüllungen

Besorgniserregend: Über 25 Prozent haben sogar sieben oder mehr Füllungen

Hoch­sauer­land­kreis: Von den dies­jäh­ri­gen Schul­an­fän­gern und Schul­an­fän­ge­rin­nen im Hoch­sauer­land­kreis hat bereits jedes drit­te Kind Zahn­fül­lun­gen. Das belegt eine aktu­el­le Aus­wer­tung der AOK Nord­West. Danach wur­den bei 28,5 Pro­zent der Kin­der schon vor der Ein­schu­lung Zahn­fül­lun­gen ein­ge­setzt. Im Durch­schnitt sind bei jedem Kind mit Fül­lung 4,9 Zäh­ne betrof­fen. Auf­fäl­lig ist, dass 25,3 Pro­zent der betrof­fe­nen Kin­der sogar sie­ben und mehr Zahn­fül­lun­gen haben. „Es ist besorg­nis­er­re­gend, dass Kin­der bereits vor der Ein­schu­lung so vie­le Zahn­fül­lun­gen benö­ti­gen. Für die lebens­lan­ge Erhal­tung der Mund­ge­sund­heit von Kin­dern sind eine sorg­fäl­ti­ge Zahn­pfle­ge und regel­mä­ßi­ge Kon­trol­len unab­ding­bar“, sagt AOK-Ser­vice­re­gi­ons­lei­ter Dirk Schneider.

Zahnstatus besorgniserregend

Kari­es zählt zu den häu­figs­ten Erkran­kun­gen im Kin­des- und Jugend­al­ter. Die aktu­el­le AOK-Aus­wer­tung zeigt, dass 51 Pro­zent der dies­jäh­ri­gen Schul­an­fän­ger und Schul­an­fän­ge­rin­nen mit Zahn­fül­lun­gen bereits ein bis drei Fül­lun­gen haben. 23,7 Pro­zent haben vier bis sechs Fül­lun­gen. „Kari­es­pro­ble­me müs­sen von Anfang an ernst genom­men wer­den“, so Schnei­der. Denn ein kariö­ses Milch­ge­biss kann weit­rei­chen­de Fol­gen haben und sich nega­tiv auf die Ent­wick­lung des Kin­des aus­wir­ken. Kari­es kann bei­spiels­wei­se zu Schmer­zen beim Kau­en füh­ren oder zu Fehl­stel­lun­gen der blei­ben­den Zäh­ne, wenn die Milch­zäh­ne als Platz­hal­ter weg­fal­len. In schlim­men Fäl­len wird sogar die Sprach­ent­wick­lung des Kin­des beein­träch­tigt. Kari­es bei Schul­kin­dern ent­steht, wenn Bak­te­ri­en im Mund Zucker zu Säu­re umwan­deln. Die­se Säu­re greift den Zahn­schmelz an und führt zu Löchern. Haupt­grund hier­für ist die zu häu­fi­ge Auf­nah­me zucker­hal­ti­ger Snacks und Geträn­ke. Eine gute Zahn­pfle­ge mit fluo­rid­hal­ti­ger Zahn­pas­ta, eine zahn­ge­sun­de Ernäh­rung und regel­mä­ßi­ge Zahn­arzt­be­su­che sind die bes­ten Mit­tel zur Vor­beu­gung von Karies.

Kariesvorsorge so früh wie möglich

Die Kari­es-Vor­sor­ge ist schon für Babys wich­tig. Das Vor­sor­ge­pro­gramm der gesetz­li­chen Kran­ken­kas­se beginnt im sechs­ten Lebens­mo­nat mit der zahn­me­di­zi­ni­schen Früh­erken­nung. „Je frü­her mit der geziel­ten Zahn­pfle­ge begon­nen wird, des­to bes­ser. Und das bereits vom ers­ten Zahn an“, rät Schnei­der. Gesun­de Milch­zäh­ne ver­rin­gern das Risi­ko von Zahn- und Kie­fer­fehl­stel­lun­gen der blei­ben­den Zäh­ne. Die Eltern soll­ten die Pha­se, in der die ers­ten Zäh­ne durch­bre­chen, gut beglei­ten und das Kind an eine regel­mä­ßi­ge Zahn­pfle­ge gewöhnen.

Individualprophylaxe ab dem sechsten Lebensjahr

Ab dem sechs­ten Lebens­jahr soll­te jedes Kind min­des­tens zwei­mal im Jahr zur Zahn­un­ter­su­chung. Die gro­ßen Backen­zäh­ne mit ihrer zer­klüf­te­ten Ober­flä­che gel­ten als beson­ders kari­es­ge­fähr­det. In den Ril­len und Ver­tie­fun­gen sam­meln sich oft Bak­te­ri­en. Doch es gibt ein wirk­sa­mes Mit­tel: die Fis­su­ren­ver­sie­ge­lung. Neben der regel­mä­ßi­gen Pro­phy­la­xe zah­len die gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen auch die Zahn­ver­sie­ge­lung der Backen­zäh­ne bis zum 18. Lebens­jahr vollständig.

Gruppenprophylaxe in Kitas und Schulen

Ein beson­de­res Augen­merk auf die rich­ti­ge Zahn­pfle­ge und Mund­hy­gie­ne außer­halb des Eltern­hau­ses legen auch die nie­der­schwel­li­gen Vor­sor­ge­an­ge­bo­te wie regel­mä­ßi­ge zahn­ärzt­li­che Unter­su­chun­gen, Bera­tun­gen und Pro­phy­la­xe in Kitas und Schu­len. Die Grup­pen­pro­phy­la­xe trägt schon im frü­hen Kin­des­al­ter dazu bei, den Grund­stein für ein gesun­des Auf­wach­sen und eine gute Mund­ge­sund­heit zu legen. Sie wird gemein­sam vom öffent­li­chen Gesund­heits­dienst, den nie­der­ge­las­se­nen Zahn­ärz­ten und der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung für Kin­der bis zur Voll­endung des zwölf­ten Lebens­jah­res getragen.

 

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Quel­le: AOK NordWest
Bild: Bei 28,5 Pro­zent der Kin­der im Hoch­sauer­land­kreis wur­den schon vor der Ein­schu­lung Zahn­fül­lun­gen ein­ge­setzt. Ein kariö­ses Milch­ge­biss kann weit­rei­chen­de Fol­gen für die blei­ben­den Zäh­ne haben.
Foto­credits: AOK/​Colourbox/​hfr