Europäische Kommission schlägt Änderungen zur Entwaldungsverordnung vor
Peter Liese: Bedenken von Unternehmen, Waldbesitzern und Landwirten in unserer Region aufgenommen / Vorschläge gehen in richtige Richtung, aber Details müssen sehr genau geprüft werden
Die EU-Kommission hat am Dienstag Anpassungen der EU-Entwaldungsverordnung vorgeschlagen, die erhebliche Erleichterungen für betroffene Unternehmen, Landwirte und Waldbesitzer bringen sollen. Die Änderungen sehen unter anderem Ausnahmen für Klein- und Kleinstunternehmen aus Ländern mit niedrigem Entwaldungsrisiko vor. Für diese wird die bisherige Sorgfaltspflicht verschlankt. Statt langer und wiederholter Sorgfaltserklärungen müssen sie nur noch ein einziges Mal vereinfachte Daten abgeben. Wenn die Daten schon bei staatlichen Behörden z.B. bei Forstämtern oder Landwirtschaftskammern vorliegen, brauchen sie laut Kommission sogar gar keine Erklärung machen.
„Der Vorschlag der Kommission geht definitiv in die richtige Richtung. In vielen Gesprächen in unserer Heimat haben mir Betroffene aus der Forstwirtschaft, aber auch aus der Landwirtschaft und z.B. mittelständische Kaffeeröstereien immer wieder ihre Probleme geschildert. Deswegen bin ich sehr froh, dass die EU die berechtigten Sorgen von Unternehmen, Waldbesitzern und Landwirten spürbar ernst genommen hat“, erklärte der südwestfälische CDU-Europaabgeordnete Dr. Peter Liese.
In einer weiteren Änderung soll nur der Erstinverkehrbringer eine entsprechende Sorgfaltserklärung machen, d.h. derjenige, der das erste Mal ein betroffenes Produkt (Holz, Kakao, Kaffee, Kautschuk, Ölpalme, Soja und Rinder sowie daraus hergestellte Erzeugnisse) in der EU verkauft. Alle Händler oder Produzenten, die die Produkte danach weiterverwenden oder verkaufen, brauchen einfach nur die Referenznummer des Erstinverkehrbringers angeben, statt jedes Mal eine eigene Sorgfaltspflichterklärung abzugeben. „Dieser Punkt ist auch sehr wichtig. Es kann doch nicht richtig sein, dass jemand, der von einem Händler Kaffee kauft und diesen dann in seinem Café ausschenkt, eine Sorgfaltserklärung abgeben muss. Diese Menschen haben doch gar keinen Einfluss auf die Herkunft und die Wirtschaftsweise der Produzenten“, sagte Peter Liese.
Der CDU-Europaabgeordnete Liese, der auch umweltpolitischer Sprecher der größten Fraktion im Europäischen Parlament (EVP, Christdemokraten) ist, sieht den Vorschlag als großen Erfolg für die CDU/CSU: „Natürlich ist die globale Entwaldung ein weltweites Problem, aber wir müssen aufpassen, dass wir bei der Bekämpfung keine Bürokratiemonster erschaffen. Deswegen haben wir lange dafür eingesetzt, Abhilfe zu schaffen und die Regeln praktikabel zu gestalten. Wir werden die Einzelheiten deswegen in den nächsten Tagen sehr genau prüfen und dann unsere abschließende Meinung festlegen. Entscheidend muss sein, ob diese Änderungen tatsächlich die Probleme lösen, mit denen unsere Betriebe in der Praxis konfrontiert sind. Unser Ziel ist ein schnelles Verfahren, damit Betriebe möglichst bald Rechtssicherheit und praktikable Vereinfachungen erhalten.“
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Quelle: Dr. Peter Liese MdEP
Bild: EU-Entwaldungsverordnung darf Waldbauern, Landwirte und Mittelständler nicht vor unlösbare Probleme stellen. Peter Liese tauscht sich daher immer wieder mit den Betroffenen aus.
Fotos Europabüro








