Kongress diskutiert Anpassungen an Klimawandel in Bezug auf den Wald

Kongress diskutiert Anpassungen an Klimawandel in Bezug auf den Wald

Arns­berg: Am Frei­tag, 19. Sep­tem­ber 2025, hat der Kon­gress „Kli­ma­fol­gen­an­pas­sung – den Wald vor lau­ter Bäu­men nicht sehen?“ statt­ge­fun­den. Mehr als 100 Inter­es­sier­te sind der Ein­la­dung der Bezirks­re­gie­rung Arns­berg zu der mitt­ler­wei­le vier­ten Ver­an­stal­tung der Rei­he „Nach­hal­ti­ge Zukunft im Regie­rungs­be­zirk Arns­berg“ nach Arns­berg gefolgt. The­ma­ti­siert wur­den dabei vor allem kom­mu­na­le Per­spek­ti­ven und die Bedeu­tung der Wäl­der im Regie­rungs­be­zirk Arnsberg.

Regie­rungs­prä­si­dent Hein­rich Böcke­lühr begrüß­te die Gäs­te und beton­te dabei: „Ziel ist es, NRW zur ers­ten kli­ma­neu­tra­len Indus­trie­re­gi­on in Euro­pa zu machen. Dabei ist es mir wich­tig, Brü­cken zu bau­en zwi­schen not­wen­di­gen Ver­än­de­rungs­pro­zes­sen einer­seits und ande­rer­seits der Zivil­ge­sell­schaft, die die­se Pro­zes­se ver­ste­hen, aber auch bewäl­ti­gen muss. Die­ses Aus­ta­rie­ren und die Zuver­sicht auf eine gute und nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung soll­ten wir gemein­sam als Land NRW und in unse­ren Kom­mu­nen im Blick behalten.“

Auch Adri­an Mork, der Lei­ter der Stabs­stel­le Kli­ma­schutz, Ener­gie und Nach­hal­tig­keit der Bezirks­re­gie­rung Arns­berg, hob in sei­nem Impuls­vor­trag zum the­ma­ti­schen Ein­stieg her­vor: „Wir bli­cken aktu­ell in eine unge­wis­se Zukunft, aber wir wis­sen: Wir brau­chen wie­der mehr Wald! Der Wald ist das zen­tra­le Instru­ment der Kli­ma­sta­bi­li­sie­rung und daher unver­zicht­bar für uns.“

In den Räum­lich­kei­ten des forst­li­chen Bil­dungs­zen­trums von Wald und Holz NRW wur­de immer wie­der die Fra­ge auf­ge­bracht: Wel­che Maß­nah­men sind die Rich­ti­gen für den Wald der Zukunft? So berich­te­te zum Bei­spiel Dr. Chris­tof Bartsch als Bür­ger­meis­ter der Stadt Bri­lon, der wald­reichs­ten Kom­mu­ne Deutsch­lands, von den Schä­den des Wal­des durch den Kli­ma­wan­del und von dem Kon­zept des Dau­er­wal­des als Lösungs­vor­schlag. Da der Wald und sein Holz auch als Roh­stoff betrach­tet wer­den kön­nen, sprach Harm Berg­mann-Kra­mer, ein Vor­stands­mit­glied der WEPA-Grup­pe, über die Ver­wen­dung von Holz in der Indus­trie. Er erläu­ter­te den Auf­bau eines Kreis­lauf­sys­tems in dem Unter­neh­men mit einem zuneh­men­den Anteil von Alt­pa­pier­fa­sern für mehr Nachhaltigkeit.

Am Nach­mit­tag befass­te sich Sebas­ti­an Wit­te aus dem Refe­rat Nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung der Stadt Arns­berg mit der Rele­vanz des Wal­des in sei­ner Mul­ti­funk­tio­na­li­tät und der Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie der Stadt. Unter­stützt wur­de er in sei­nen Aus­füh­run­gen durch die bei­den Stadt­förs­te­rin­nen und ‑förs­ter Petra Trom­pe­ter und Sebas­ti­an Dem­mel. Anschlie­ßend refe­rier­te Prof. Dr. Harald Laser von der Fach­hoch­schu­le Süd­west­fa­len über das Zusam­men­spiel von Wald und Grün­land. Er plä­dier­te für eine mosa­ik­ar­ti­ge Land­nut­zung, von der bei­de Arten pro­fi­tie­ren könn­ten. Mari­et­ta Puhl vom Natur­park Arns­ber­ger Wald des Krei­ses Soest erläu­ter­te das Pro­jekt „Schwamm­wald“, um gegen die Dür­re anzu­kämp­fen. Dabei wer­den die ent­wäs­sern­den Struk­tu­ren im Boden zurück­ge­baut, damit die Feuch­tig­keit im Boden bestehen bleibt.

Dr. Jens Wöl­le­cke berich­te­te von einem For­schungs­pro­jekt der NABU- Natur­schutz­sta­ti­on Müns­ter­land. Er und wei­te­re For­schen­de wid­me­ten sich der Fra­ge nach dem Zusam­men­hang zwi­schen Bio­di­ver­si­tät, Koh­len­stoff­spei­che­rung im Boden und den Bäu­men und der forst­li­chen Wald­wirt­schaft. Den beim Kon­gress Anwe­sen­den prä­sen­tier­te er Tei­le der Ergeb­nis­se und dar­aus resul­tie­ren­de Schlüs­se. Abschlie­ßend erör­ter­te Jür­gen Schüs­se­le vom Zen­trum für Wald und Holz­wirt­schaft über die
Zukunfts­per­spek­ti­ven des Wal­des in Nord­rhein-West­fa­len. Er stell­te die Bedeu­tung von Stra­te­gien her­aus, die Hand­lungs­spiel­räu­me schaf­fen, um pro­fes­sio­nell mit unvor­her­seh­ba­ren Ereig­nis­sen umge­hen zu kön­nen. So kön­ne der Wald wei­ter­hin als zen­tra­les Ele­ment der Kli­ma­an­pas­sung fungieren.

 

___________________________

Quel­le: Bezirks­re­gie­rung Arnsberg
Bild: Regie­rungs­prä­si­dent Hein­rich Böcke­lühr begrüßt die Gäste.
Foto­credits: Jason Ritt­mey­er, Bezirks­re­gie­rung Arnsberg