Acht Talente erhalten Förderpreis Junge Kunst

Acht Talente erhalten Förderpreis „Junge Kunst“

Feierliche Matinée der VerbundVolksbank OWL Stiftung im Theater Paderborn

Paderborn/​OWL: Wie hoch das künst­le­ri­sche Poten­zi­al in der Regi­on ist und wel­che bewun­derns­wer­ten For­men des indi­vi­du­el­len Aus­drucks hei­mi­sche Talen­te fin­den, hat sich am Sonn­tag bei der Ver­lei­hung des För­der­prei­ses „Jun­ge Kunst“ durch die Ver­bund­Volks­bank OWL Stif­tung gezeigt. Im Rah­men einer fei­er­li­chen Mati­née im Thea­ter Pader­born wur­den Nej­la Bajric, Pau­li­ne Fischer, Hen­ri Grau­te, Eli­sa-Marie Klu­we, Baris Özbük, Anton Stärk, Lisa Suder­mann und Lau­ra Wie­mers aus­ge­zeich­net. Der För­der­preis ist mit ins­ge­samt 25.000 Euro dotiert.

Die kul­tur­in­ter­es­sier­ten Gäs­te der Mati­née beka­men auf der Büh­ne live einen Ein­druck davon, wel­che Lei­den­schaft die Preis­trä­ge­rin­nen und Preis­trä­ger in ihre Kunst ste­cken und wie kraft­voll, leben­dig und tief­grün­dig sie die­se inter­pre­tie­ren. „Seit nun­mehr 30 Jah­ren ver­ge­ben wir unse­ren För­der­preis, und es ist jedes Mal wie­der über­wäl­ti­gend, wie ori­gi­nell und aus­drucks­stark die Preis­trä­ge­rin­nen und Preis­trä­ger ihrer Krea­ti­vi­tät frei­en Lauf las­sen. Wir freu­en uns sehr, die­se her­aus­ra­gen­den Talen­te unter­stüt­zen und auf einem Stück ihres Weges beglei­ten zu dür­fen“, erklärt Ans­gar Käter, Vor­stands­vor­sit­zen­der der Ver­bund­Volks­bank OWL Stif­tung, der die Prei­se zusam­men mit dem stell­ver­tre­ten­den Kura­to­ri­ums­vor­sit­zen­den der Stif­tung, Dr. Ralf Becker, übergab.

Knapp 70 Bewer­bun­gen hat­te die kom­pe­tent besetz­te Jury des För­der­prei­ses „Jun­ge Kunst“ gesich­tet, um schließ­lich acht Preis­trä­ge­rin­nen und Preis­trä­ger in sechs Kate­go­rien zu küren. Der För­der­preis „Jun­ge Kunst“ 2025 geht an:

Nej­la Bajric (Kate­go­rie Malerei/​Bildhauerei/​Grafik): Die 20-Jäh­ri­ge stu­diert an der Uni­ver­si­tät Pader­born Kunst, Kunst­ver­mitt­lung und Erzie­hungs­wis­sen­schaf­ten und hat einen Ate­lier­platz im Raum für Kunst in Pader­born. In ihren Wer­ken ver­ar­bei­tet sie per­sön­li­che Erfah­run­gen mit Grenz­über­gän­gen in die Hei­mat ihrer Eltern und die Wahr­neh­mung von Macht­in­stan­zen, mit einem humo­ris­ti­schen und teils maka­bren Unter­ton. Die Jury war beein­druckt von der Authen­ti­zi­tät und der Ein­präg­sam­keit der Wer­ke von Nej­la Bajric, die noch lan­ge nach der Betrach­tung nachwirken.

Pau­li­ne Fischer (Kate­go­rie Malerei/​Bildhauerei/​Grafik): Bewe­gun­gen und Gefüh­le sicht­bar und spür­bar zu machen: Das ver­sucht die 16-Jäh­ri­ge aus Det­mold. Spe­zia­li­siert hat sie sich auf das Malen und Zeich­nen mit Koh­le. Ger­ne macht sie auch auf wich­ti­ge The­men auf­merk­sam. Für ihr Werk „Mar­ga­re­te“ hat sie sich mit der Geschich­te von Mar­ga­re­te Lüker­mann aus­ein­an­der­ge­setzt, die wäh­rend der NS-Zeit in eine Anstalt ein­ge­wie­sen wur­de. Die Jury war ange­tan davon, wie Pau­li­ne Fischer ihre Umwelt wahr­nimmt und die­se Ein­drü­cke in etwas Eige­nes ver­wan­delt: „Sie expe­ri­men­tiert mit For­men und Mate­ria­li­en. Dabei ent­ste­hen Wer­ke, die gleich­zei­tig kraft­voll und sen­si­bel wirken.“

Hen­ri Grau­te (Kate­go­rie Kurzfilm/​Experimentalfilm): Der Fil­me­ma­cher aus Bie­le­feld stu­diert Medi­en­pro­duk­ti­on an der Tech­ni­schen Hoch­schu­le OWL. Die Fil­me des 24-Jäh­ri­gen bewe­gen sich zwi­schen Expe­ri­ment und emo­tio­na­lem Rea­lis­mus und beschäf­ti­gen sich mit Fra­gen von Iden­ti­tät, Kör­per, Nähe und Wahr­neh­mung. Aktu­ell arbei­tet er an sei­nem Bache­lor­film „ASA­I­KO“, eine inti­me Geschich­te über Männ­lich­keit, Bezie­hung und Ver­ant­wor­tung. Die Jury schwärmt: „Hen­ri Grau­tes Arbei­ten sind durch­drun­gen von mensch­li­cher Erfah­rung. Und weil er Form und Inhalt nicht trennt, son­dern untrenn­bar mit­ein­an­der ver­webt, ent­steht Kino, das man nicht nur sieht und hört, son­dern spürt.“

Eli­sa-Marie Klu­we (Kate­go­rie Musik/​Komposition/​Tanz): Schon län­ger gilt die 16-Jäh­ri­ge aus Bad Dri­burg als Mul­ti­ta­lent und wur­de des­halb am Jung­stu­die­ren­den­in­sti­tut der Hoch­schu­le für Musik Det­mold auf­ge­nom­men. Sie beherrscht mit Vio­li­ne und Kla­vier sofort zwei Instru­men­te per­fekt und hat ihr künst­le­ri­sches Spek­trum nach und nach erwei­tert und singt nun auch. Nicht nur in der Welt der Klas­sik fühlt sie sich sehr wohl, son­dern sie hat ihr Herz auch an den Jazz ver­lo­ren. Die Jury war begeis­tert, mit wel­cher schein­ba­ren Mühe­lo­sig­keit Eli­sa-Marie Klu­we schon bei diver­sen bun­des­wei­ten Wett­be­wer­ben Prei­se abge­räumt hat und sich kon­ti­nu­ier­lich wei­ter verbessert.

Baris Özbük (Kate­go­rie Theater/​Schauspiel): Gebo­ren und auf­ge­wach­sen in Pader­born, bemerk­te der 25-Jäh­ri­ge früh sei­ne Begeis­te­rung für die Büh­ne und wur­de mit elf Jah­ren Teil des Jun­gen Ensem­bles Pader­born. Seit 2022 stu­diert er Schau­spiel an der Uni­ver­si­tät Mozar­te­um in Salz­burg. Er spiel­te bei den Salz­bur­ger Fest­spie­len und ist seit kur­zem Ensem­ble­mit­glied am Natio­nal­thea­ter Mann­heim. Der Jury impo­nier­te die gro­ße Palet­te, die Baris Özbük bedient, von Komik und Sur­rea­lis­mus bis Tie­fe und Ernst­haf­tig­keit. Die Ambi­va­lenz sei­ner Figu­ren sei es, die sie so nahe und echt erschei­nen ließen.

Anton Stärk (Kate­go­rie Musik/​Komposition/​Tanz): Der 16-jäh­ri­ge Det­mol­der lebt Musik. Als Jung­stu­dent an der Hoch­schu­le für Musik Det­mold mit dem Haupt­fach Schlag­zeug singt er in einem Chor und spielt in einer Big­band. Zudem kom­po­niert, pro­du­ziert, arran­giert und singt er eige­ne Songs. Bei­gebracht hat er sich alles selbst und konn­te mit sei­nen Wer­ken schon meh­re­re ers­te Plät­ze bei “Jugend Kom­po­niert” errei­chen. Sei­ne Songs sind auf diver­sen Strea­ming-Platt­for­men zu hören. Für die Jury ist bemer­kens­wert, „dass Anton Stärk sich nicht auf ein spe­zi­fi­sches Gen­re fest­legt. Viel­mehr switcht er durch Pop, Soul, Elec­tro­nic Dance Music, Hip­Hop und Rap. Sei­ne Musik groovt und macht Spaß.“

Lisa Suder­mann (Kate­go­rie Design/​Fotografie): Nach ihrer Aus­bil­dung als Mas­ken­bild­ne­rin und einer Tätig­keit am Thea­ter ent­wi­ckel­te die 29-jäh­ri­ge Det­mol­de­rin ein Gespür für Tex­ti­li­en. Mit ihrer Kunst erforscht sie die sinn­li­che Wir­kung von Mate­ria­li­tät. Ihre tex­ti­len Objek­te sind Ergeb­nis­se einer inten­si­ven Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Stoff­li­chen als phy­si­sche Sub­stanz und als emo­tio­na­ler Trä­ger. Begeis­tert hat sie die Jury beson­ders mit der auto­di­dak­tisch erlern­ten Tech­nik des Tuf­tings. Für die Jury steht fest: „Ihre Arbei­ten sind ein sanf­tes Mani­fest gegen die Abwer­tung des Sen­si­blen und zugleich eine Erin­ne­rung dar­an, dass Stär­ke vie­le For­men kennt.”

Lau­ra Wie­mers (Kate­go­rie Literatur/​Sprache): Die 28-Jäh­ri­ge, die in Wil­le­ba­dessen und War­burg auf­ge­wach­sen und zur Schu­le gegan­gen ist, kommt eigent­lich aus dem Bereich der Bil­den­den Kunst und arbei­tet dis­zi­plin­über­grei­fend. Im Rah­men ihres Kunst­stu­di­ums und ihrer Abschluss­ar­beit an der Bau­haus-Uni­ver­si­tät Wei­mar ent­deck­te sie auch das Schrei­ben für sich. In ihrer ein­ge­reich­ten Arbeit „Kar­to­gra­fie sum­men­der Rück­stän­de – Im Schlick wüh­len“ geht es um den Umgang mit Ent­fer­nun­gen. Der asso­zia­ti­ve, auto­bio­gra­fi­sche und lyri­sche Text besticht laut der Jury­be­wer­tung durch Bild­haf­tig­keit, Spaß am Spiel mit der Spra­che und eine Por­ti­on Abstraktheit.

Die Lau­da­tio­nes hiel­ten die kom­pe­ten­ten Jury­mit­glie­der des För­der­prei­ses „Jun­ge Kunst“. Zur Jury gehör­ten Ann-Brit­ta Doh­le-Madrid, Thea­ter­re­gis­seu­rin aus Pader­born, Hans Her­mann Jan­sen, Vor­sit­zen­der der Gesell­schaft der Musik­freun­de Abtei Mari­en­müns­ter, Joa­chim Thal­mann, Pro­fes­sor emer. Hoch­schu­le für Musik Det­mold, Dr. Syl­via Necker, Lei­te­rin des Preu­ßen­mu­se­ums Min­den, Domi­nik Jun­ker, Fil­me­ma­cher aus Salz­kot­ten, Vol­ker Hei­se­ner, Street­art-Künst­ler aus Pader­born, und Hei­ke Son­der­mann-Sal­zig, Betreue­rin der Kunst- und Kul­tur­samm­lung der Ver­bund­Volks­bank OWL eG.

Seit der Pre­miè­re des För­der­prei­ses „Jun­ge Kunst“ 1995 hat die Stif­tung der Ver­bund­Volks­bank OWL eG bereits mehr als 100 Künst­ler und Künst­ler­grup­pen dabei unter­stützt, ihrer krea­ti­ven Lei­den­schaft nach­zu­ge­hen und sich dadurch auch als Per­sön­lich­keit wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Dar­über hin­aus enga­giert sich die Stif­tung in viel­fäl­ti­ger Wei­se und in ver­schie­de-nen gesell­schaft­li­chen Berei­chen, um in der Regi­on aus­ge­wähl­te Pro­jek­te und Initia­ti­ven nach­hal­tig zu fördern.

 

 

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Quel­le: Ver­bund­Volks­bank OWL eG
Bild: Der Vor­stands­vor­sit­zen­de der Ver­bund­Volks­bank OWL Stif­tung, Ans­gar Käter (l.) und der stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de des Stif­tungs­ku­ra­to­ri­ums, Dr. Ralf Becker (r.), mit den Preis­trä­ge­rin­nen und Preis­trä­gern des För­der­prei­ses „Jun­ge Kunst“ 2025 (v. l.): Eli­sa-Marie Klu­we, Anton Stärk, Baris Özbük, Anto­nia Jose­phi­ne Fischer (in Ver­tre­tung ihrer Schwes­ter Pau­li­ne), Lau­ra Wie­mers, Lisa Suder­mann, Hen­ri Grau­te und Nej­la Bajric.
Foto­credits: Ver­bund­Volks­bank OWL eG