DEKRA gibt Sicherheitstipps für Heckenschere & Co.

DEKRA gibt Sicherheitstipps für Heckenschere & Co.: Kein Leichtsinn mit Elektrowerkzeugen!

  • Elek­tro­werk­zeu­ge nicht zweckentfremden
  • Hohe Unfall­ge­fahr bei Mani­pu­la­tio­nen an Geräten
  • Lithi­um-Akkus brand­si­cher lagern

Wenn in Haus und Gar­ten Arbei­ten anste­hen, las­sen sich hand­werk­lich Akti­ve meist nicht lan­ge bit­ten und zücken bereit­wil­lig Akku­schrau­ber, Hecken­sche­re oder Trenn­schlei­fer. So ver­traut für vie­le der Umgang mit Elek­tro­werk­zeu­gen ist, sind die Gefah­ren bei der Hand­ha­bung der Elek­tro­ge­rä­te nicht zu unter­schät­zen. „Leicht­sinn ist beim Heim­wer­ken völ­lig fehl am Platz“, war­nen die Exper­ten DEKRA.

Dies zei­gen vie­le Unfäl­le, die sich jedes Jahr im Umgang mit elek­tri­schen Werk­zeu­gen ereig­nen. Zu den häu­figs­ten Ursa­chen zäh­len unsach­ge­mä­ße Hand­ha­bung, die Mani­pu­la­ti­on von Gerä­ten, der Kon­takt mit Was­ser, beschä­dig­te oder durch­ge­scheu­er­te Kabel, beschä­dig­te Ste­cker, man­geln­de War­tung, aber auch pro­vi­so­ri­sche, nicht fach­ge­rech­te Reparaturen.

„Damit es nicht so weit kommt, ist es wich­tig, sich mit den wich­tigs­ten Sicher­heits­hin­wei­sen ver­traut zu machen, die auf den ers­ten Sei­ten jeder Betriebs­an­lei­tung zu fin­den sind“, sagt Roland Herr­mann, Pro­dukt­prüf­ex­per­te für Maschi­nen und Elek­tro­werk­zeu­ge bei DEKRA. Dies sei beson­ders beim Aus­lei­hen im Bau­markt oder der Anschaf­fung eines Elek­tro­werk­zeu­ges zu empfehlen.

„Oft wird die Anlei­tung miss­ach­tet oder mit der Umver­pa­ckung ent­sorgt, doch die Anwen­dung die­ser Maschi­nen wird nicht sel­ten unter­schätzt.“ Die meis­ten Unfäl­le ereig­nen sich laut Sta­tis­tik der Gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung im Umgang mit Win­kel­schlei­fer, Hand­boh­rer, Schrau­ber, Nagel­pis­to­le, Kreis­sä­ge, Schleif­ma­schi­ne und Stich­sä­ge. Die Ursa­che ist in den meis­ten Fäl­len der Kon­troll­ver­lust über das Gerät oder den bear­bei­te­ten Gegenstand.

Elektrowerkzeuge nicht zweckentfremden

Ris­kant ist immer, ein Elek­tro­werk­zeug ent­ge­gen den Her­stel­ler­an­ga­ben zweck­ent­frem­det ein­zu­set­zen. „Eine Kreis­sä­ge ist nicht dazu bestimmt und nicht geeig­net, einen Baum zu fäl­len, son­dern dient in der Regel zum Sägen von Bret­tern aus Holz oder Tei­len aus Metall. Wenn Anwen­der Elek­tro­werk­zeu­ge nicht bestim­mungs­ge­mäß ein­set­zen, ist der Her­stel­ler von der Haf­tung für Ver­let­zun­gen oder Schä­den befreit.

Wich­tig sind auch Hin­wei­se, was beim Ein­satz des Gerä­tes zu beach­ten ist. Man­che Gerä­te, wie etwa Hand­kreis­sä­ge oder Win­kel­schlei­fer, dür­fen nur mit Schutz­hau­be betrie­ben wer­den. Dies soll ver­hin­dern, dass der Anwen­der ins Gerät greift oder sich durch Fun­ken oder Split­ter verletzt.

„Oft kommt es zu Ver­let­zun­gen, wenn ver­sucht wird, durch Mani­pu­la­ti­on am Gerät die Arbeit zu erleich­tern“, so der Pro­dukt­ex­per­te. Ein Anwen­der zum Bei­spiel, der die Zwei-Punkt-Siche­rung an den Grif­fen einer Hecken­sche­re mit einem Kabel­bin­der umge­hen woll­te, zog sich beim Arbei­ten schwe­re Ver­let­zun­gen zu. „Wird die Sche­re rich­tig an bei­den Punk­ten gehal­ten, kann so etwas nicht pas­sie­ren“, betont DEKRA Pro­dukt­prü­fer Herrmann.

Reparaturen den Fachleuten überlassen

Der Exper­te warnt auch davor, ein defek­tes Elek­tro­werk­zeug wei­ter­zu­ver­wen­den. Eine beschä­dig­te Iso­lie­rung, ein durch­ge­scheu­er­tes Kabel oder eine lose Steck­do­se kön­nen leicht zu einem Strom­schlag füh­ren. Des­halb gilt: Gerä­te, Kabel und Ste­cker regel­mä­ßig prü­fen und, wenn nötig, aus­tau­schen. Pro­vi­so­ri­sche Repa­ra­tu­ren durch Lai­en ber­gen meist ein hohes Feh­ler- und Unfall­ri­si­ko. Bei Eigen­re­pa­ra­tu­ren ist zudem mit Ver­lust der Gewähr­leis­tung rech­nen. Daher gehö­ren Repa­ra­tu­ren in die Hän­de von Fachpersonal.

Eine häu­fi­ge Ursa­che von Strom­un­fäl­len ist der Kon­takt mit Was­ser. Bei netz­be­trie­be­nen Gerä­ten besteht in die­sem Fall ein hohes Risi­ko für einen Strom­schlag. Vie­le Elek­tro­werk­zeu­ge sind nur für Arbei­ten bei tro­cke­nen Bedin­gun­gen frei­ge­ge­ben. Für den Ein­satz in feuch­ter Umge­bung wie etwa Regen, muss eine aus­drück­li­che Frei­ga­be des Her­stel­lers vor­lie­gen; zum Bei­spiel ein ent­spre­chen­der IP-Code am Gerät mit Erläu­te­rung in der Anleitung.

Vorsicht bei Kontakt mit Wasser

Selbst bei Akku-Gerä­ten ist bei Kon­takt mit Was­ser Vor­sicht gebo­ten. Eine Betriebs­span­nung bis zu 18 Volt kann zwar nur zu schwa­chen Ent­la­dun­gen füh­ren. „Das Tücki­sche ist jedoch, dass ein­drin­gen­des Was­ser Kriech­strö­me ver­ur­sa­chen kann, die noch Stun­den spä­ter einen hef­ti­gen Akku-Brand aus­lö­sen kön­nen“, warnt Herr­mann. Aus die­sem Grund sei es sinn­voll, Akkus bei Nicht-Gebrauch grund­sätz­lich brand­si­cher auf­zu­be­wah­ren. Defek­te Akkus oder Gerä­te müs­sen grund­sätz­lich umwelt­ge­recht über den Fach­han­del ent­sorgt werden.

Stress für den Akku vermeiden

Für eine lan­ge Lebens­dau­er emp­fiehlt er, Akkus mög­lichst nicht tie­fer als 20 Pro­zent zu ent­la­den und nicht höher als 80 Pro­zent auf­zu­la­den. Die Berei­che dar­un­ter und dar­über bedeu­ten Stress für den Akku, der die Stand­zeit ver­kürzt. Die­ses Vor­ge­hen redu­ziert auch die Lade­zei­ten. Ein Lithi­um-Akku braucht nur 30 bis 40 Pro­zent der Zeit, um 80 Pro­zent der Akku-Leis­tung zu errei­chen und die rest­li­che Zeit, um auf nahe­zu 100 Pro­zent zu kommen.

Kein Unterschied in puncto Sicherheit

In punc­to Pro­dukt­si­cher­heit gibt es im Übri­gen zwi­schen Gerä­ten für den pri­va­ten und den pro­fes­sio­nel­len Ein­satz kei­nen Unter­schied. „Unab­hän­gig vom Nut­zer­kreis müs­sen Elek­tro­werk­zeu­ge die­sel­ben Sicher­heits­an­for­de­run­gen erfül­len, die etwa in der Maschi­nen- oder in der Nie­der­span­nungs-Richt­li­nie fest­ge­legt sind. Bei der Wahl zwi­schen Hob­by- oder Pro­fi­werk­zeug spie­len Aspek­te wie Prä­zi­si­on, Per­for­mance und Lang­le­big­keit eine Rol­le, nicht jedoch das grund­le­gen­de Sicher­heits­ni­veau“, erklärt der Exper­te von DEKRA.

Elektrowerkzeuge: 10 Tipps zum sicheren Umgang

  1. Sicher­heits­hin­wei­se in der Bedie­nungs­an­lei­tung auf­merk­sam lesen
  2. Elek­tro­werk­zeu­ge nicht zweck­ent­frem­den und nicht manipulieren.
  3. Mit per­sön­li­cher Schutz­aus­rüs­tung arbei­ten: z.B. Hand­schu­he, Schutz­bril­le, Gehör­schutz, Schnittschutzbekleidung.
  4. Elek­tro­werk­zeu­ge regel­mä­ßig prü­fen und war­ten lassen
  5. Beschä­dig­te Gerä­te nicht benut­zen. Bei Schmor­ge­ruch oder Defek­ten an Kabel oder Ste­cker die Arbeit sofort einstellen.
  6. Defek­te Gerä­te nur von Fach­leu­ten repa­rie­ren lassen
  7. Kon­takt mit Was­ser mei­den. Bei Regen nur frei­ge­ge­be­ne Gerä­te ver­wen­den (IP-Kenn­zeich­nung).
  8. Akkus brand­si­cher aufbewahren.
  9. Kin­der von Elek­tro­werk­zeu­gen fernhalten.
  10. Arbei­ten unter Zeit­druck vermeiden.

 

 

Über DEKRA

Seit 100 Jah­ren steht DEKRA für Sicher­heit. 1925 mit dem ursprüng­li­chen Ziel gegrün­det, die Ver­kehrs­si­cher­heit durch Fahr­zeug­prü­fun­gen zu gewähr­leis­ten, hat sich DEKRA zur welt­weit größ­ten unab­hän­gi­gen nicht bör­sen­no­tier­ten Sach­ver­stän­di­gen­or­ga­ni­sa­ti­on im Bereich Prü­fung, Inspek­ti­on und Zer­ti­fi­zie­rung ent­wi­ckelt. Heu­te beglei­tet das Unter­neh­men als glo­ba­ler Part­ner sei­ne Kun­den mit umfas­sen­den Dienst­leis­tun­gen und Lösun­gen, um Sicher­heit und Nach­hal­tig­keit wei­ter vor­an­zu­trei­ben – ganz im Sin­ne des DEKRA Jubi­lä­ums­mot­tos “Secu­ring the Future”. Im Jahr 2024 hat DEKRA vor­aus­sicht­lich einen Umsatz von 4,3 Mil­li­ar­den Euro erzielt. Rund 48.000 Mit­ar­bei­ten­de sind in etwa 60 Län­dern auf fünf Kon­ti­nen­ten mit qua­li­fi­zier­ten und unab­hän­gi­gen Exper­ten­dienst­leis­tun­gen im Ein­satz. DEKRA gehört mit dem Pla­ti­num-Rating von Eco­Va­dis zu den Top-1-Pro­zent der nach­hal­tigs­ten Unter­neh­men weltweit.

 

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Quel­le: DEKRA e.V.
Foto­credits: DEKRA