DEKRA Arbeitsmarktreport 2025: IT-Security-Fachkräfte sichern die digitale Zukunft

DEKRA Arbeitsmarktreport 2025: IT-Security-Fachkräfte sichern die digitale Zukunft

  • Job­su­chen­de benö­ti­gen umfang­rei­che Kennt­nis­se und Erfahrungen
  • KI ist kein The­ma in Stellenangeboten
  • Arbeit­ge­ber sind bei Berufs­ab­schlüs­sen flexibel
  • Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber kön­nen mit vie­len Bene­fits rechnen

Lahm­ge­leg­te Strom­net­ze, Tank­stel­len oder Fabri­ken – Cyber­an­grif­fe auf kri­ti­sche Infra­struk­tu­ren neh­men zu. Aber auch nor­ma­le Unter­neh­mens­netz­wer­ke und ‑daten haben Cyber­kri­mi­nel­le im Visier. IT-Secu­ri­ty-Fach­kräf­te spie­len eine wesent­li­che Rol­le dabei, ob es gelingt, Atta­cken abzu­weh­ren und Sicher­heits­lü­cken schnell zu schlie­ßen. Sie wer­den in fast allen Bran­chen gesucht und kön­nen wäh­len, wo sie ihr Know-how ein­brin­gen. Die Ana­ly­se von 250 Stel­len­an­ge­bo­ten zeigt: Auf IT-Secu­ri­ty-Fach­kräf­te war­tet ein brei­tes Auf­ga­ben­spek­trum, für das Spe­zi­al­kennt­nis­se und aus­ge­präg­te Soft Skills erfor­der­lich sind. Im Gegen­zug drü­cken Arbeit­ge­ber bei der for­ma­len Aus­bil­dung auch mal ein Auge zu und stel­len Job­su­chen­den ein attrak­ti­ves Paket an Son­der­leis­tun­gen in Aussicht.

Mit zuneh­men­der Digi­ta­li­sie­rung und Auto­ma­ti­sie­rung steigt die Zahl mög­li­cher Angriffs­punk­te und es wird kom­ple­xer, Daten, Infor­ma­tio­nen und Betriebs­ab­läu­fe zu schüt­zen. Für den DEKRA Arbeits­markt­re­port 2025 wur­den 250 Stel­len­an­ge­bo­te für IT-Secu­ri­ty-Fach­kräf­te ana­ly­siert. Momen­tan suchen auf­fal­lend vie­le Arbeit­ge­ber in der Dienst­leis­tungs­bran­che Mit­ar­bei­ten­de für den Bereich IT-Secu­ri­ty (50,8 %); ins­be­son­de­re IT-Dienst­leis­ter haben vie­le offe­ne Stel­len zu beset­zen (32,4 %).

Ohne Strategie keine Sicherheit

Sicher­heits­maß­nah­men soll­ten ganz­heit­lich betrach­tet und geplant wer­den. Die Basis hier­für ist eine sorg­fäl­ti­ge Ana­ly­se der Bedro­hun­gen und mög­li­chen Schwach­stel­len. Dar­auf auf­bau­end kön­nen IT-Sicher­heits­fach­kräf­te dann Richt­li­ni­en und Vor­ge­hens­wei­sen gegen unbe­fug­te Zugrif­fe oder Cyber­an­grif­fe ent­wi­ckeln. Acht von zehn der gesuch­ten Sicher­heits­exper­tin­nen und ‑exper­ten befas­sen sich an ihrem neu­en Arbeits­platz mit der Ent­wick­lung und Umset­zung von Stra­te­gien für IT-Sicher­heit und Daten­schutz. Zu ihrem Job-All­tag gehört es auch, Schwach­stel­len zu suchen und zu behe­ben. Die Fach­kräf­te benö­ti­gen gewis­se Pro­gram­mier­kennt­nis­se, um bei­spiels­wei­se IT-Secu­ri­ty-Lösun­gen zu imple­men­tie­ren und anzupassen.

Gewünschte Kenntnisse und Erfahrungen

Für die unter­such­ten Stel­len set­zen Arbeit­ge­ber umfang­rei­che Kennt­nis­se vor­aus, die sich acht Kate­go­rien zuord­nen las­sen. Am häu­figs­ten bezie­hen sich die Nen­nun­gen auf die Berei­che „All­ge­mein­wis­sen“ in der IT und Cyber­si­cher­heit (84,0 %), Nor­men, Geset­ze und Stan­dards (62,8 %) sowie Netz­wer­ke (59,2 %).

IT-Sicher­heits­me­tho­den und ‑pro­zes­se wer­den durch Stan­dards und Nor­men defi­niert. In gut sechs von zehn Anfor­de­rungs­pro­fi­len spre­chen Arbeit­ge­ber sie auch an. Oft blei­ben sie vage und wün­schen all­ge­mein, dass Job­su­chen­de die gän­gi­gen Stan­dards und Richt­li­ni­en ken­nen (44,4 %). Fast eben­so vie­len soll­te das Kon­zept eines Manage­ment­sys­tems für Infor­ma­ti­ons­si­cher­heit (ISMS) ver­traut sein (41,2 %). IT-Secu­ri­ty-Fach­kräf­te müs­sen zudem erfah­ren dar­in sein, Netz­wer­ke zu admi­nis­trie­ren und abzu­si­chern. Fast jeder fünf­te Job­su­chen­de soll­te sich bei­spiels­wei­se mit der Absi­che­rung von Cloud-Sys­te­men aus­ken­nen (19,2 %).

KI kein Thema

Cyber­kri­mi­nel­le nut­zen immer öfter künst­li­che Intel­li­genz für Angrif­fe, ande­rer­seits kön­nen Unter­neh­men KI-basier­te Tools auch ein­set­zen, um sie abzu­weh­ren. KI-Kennt­nis­se wer­den aller­dings nur in vier Fäl­len ange­spro­chen. Even­tu­ell haben noch nicht alle Arbeit­ge­ber das The­ma im Zusam­men­hang mit IT-Secu­ri­ty auf dem Radar oder wol­len Job­su­chen­de nicht abschre­cken, die noch kei­ne Erfah­run­gen in die­sem Bereich sam­meln konnten.

Ausbildung, Studium? Fast egal

Meis­tens kom­men für die Bewer­bung meh­re­re Berufs­ab­schlüs­se infra­ge. Zwei lie­gen klar vorn: Ein Infor­ma­tik-Stu­di­um oder eine IT-Berufs­aus­bil­dung (61,2 bzw. 42,8 %). Bei der dua­len IT-Aus­bil­dung wird oft nicht prä­zi­siert, wel­che der ver­schie­de­nen Spe­zia­li­sie­run­gen die Fach­kräf­te absol­viert haben soll­ten. Arbeit­ge­ber sind ins­ge­samt fle­xi­bler gewor­den, was die Abschlüs­se anbe­langt. Zum Ver­gleich: Job­su­chen­de ohne Stu­di­um konn­ten sich 2018 nur auf gut ein Vier­tel der IT-Secu­ri­ty-Stel­len bewer­ben. Nun kommt eine Berufs­aus­bil­dung oft sogar alter­na­tiv zu einem Stu­di­um infra­ge (36,8 %). Erfah­rung fällt hier offen­sicht­lich stär­ker ins Gewicht als for­ma­le Abschlüsse.

Türöffner Weiterbildungen und Zertifikate

Bei der Job­su­che sind auch Zer­ti­fi­ka­te und Wei­ter­bil­dun­gen von Vor­teil: In jedem fünf­ten Fall müs­sen Job­in­ter­es­sier­te all­ge­mein IT-Secu­ri­ty-Wei­ter­bil­dun­gen und Zer­ti­fi­zie­run­gen vor­wei­sen. Die inter­na­tio­na­len Zer­ti­fi­zie­run­gen CISSP Cer­ti­fied Infor­ma­ti­on Sys­tems Secu­ri­ty Pro­fes­sio­nal sowie CISM Cer­ti­fied Infor­ma­ti­on Secu­ri­ty Mana­ger füh­ren als kon­kre­te Nen­nun­gen die Lis­te an (14,0 bzw. 11,2 %). Die­se Per­so­nen­zer­ti­fi­zie­run­gen bele­gen, dass Fach­kräf­te in der Lage sind, ein Infor­ma­ti­ons­si­cher­heits­pro­gramm zu entwickeln.

Keine Einzelkämpfer

Idea­le Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten sind kom­mu­ni­ka­ti­ons­stark und team­fä­hig, den­ken ana­ly­tisch und arbei­ten struk­tu­riert. Die vier meist­ge­nann­ten Soft Skills haben sich im Ver­gleich zu 2018 nicht verändert.

Bei ande­ren Eigen­schaf­ten hat sich die Gewich­tung hin­ge­gen stark ver­scho­ben. Durch­set­zungs­fä­hig­keit etwa kommt viel sel­te­ner vor als in der Ver­gan­gen­heit. Even­tu­ell spielt dabei die Arbeit­ge­ber­bran­che eine gewis­se Rol­le: Vie­le der Posi­tio­nen sind bei IT-Dienst­leis­tern zu beset­zen und wenn Fach­kräf­te als exter­ne Spe­zia­lis­ten in Kun­den­pro­jek­ten arbei­ten, hat ihre Stim­me häu­fig allein durch ihre Rol­le ein grö­ße­res Gewicht als die der inter­nen Beschäf­tig­ten. Hin­zu kommt, dass das Sicher­heits­be­wusst­sein in Unter­neh­men ins­ge­samt höher sein dürf­te als vor sie­ben Jah­ren. Offen­bar fal­len im Arbeits­all­tag weni­ger Geschäfts­rei­sen an als vor sie­ben Jah­ren. Seit der Pan­de­mie haben sich Online-Mee­tings eta­bliert und vie­le per­sön­li­che Bespre­chun­gen über­flüs­sig gemacht. Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein soll­te selbst­ver­ständ­lich sein, den­noch hal­ten dop­pelt so vie­le Arbeit­ge­ber wie 2018 es für wich­tig, die­se per­sön­li­che Eigen­schaft zu betonen.

Work-Life-Balance im Vordergrund

Die Leis­tun­gen, die Unter­neh­men den Fach­kräf­ten bie­ten, las­sen kaum Wün­sche offen. Sie stel­len vor allem Bene­fits rund um die Work-Life-Balan­ce und die per­sön­li­che Wei­ter­ent­wick­lung in den Vor­der­grund. Sie ver­su­chen vor allem mit fle­xi­blen Arbeits­zei­ten (62,8 %), der Mög­lich­keit zu Home Office (62,4 %) sowie Gesund­heits- und Fit­ness­an­ge­bo­ten (43,2 %) bei den begehr­ten Fach­kräf­ten zu punk­ten. In einem dyna­mi­schen Umfeld wie der IT-Sicher­heit sind regel­mä­ßi­ge Wei­ter­bil­dun­gen für IT-Secu­ri­ty-Fach­kräf­te ein Wett­be­werbs­vor­teil. Dem­entspre­chend kön­nen sie bei ihrer beruf­li­chen Wei­ter­ent­wick­lung mit Unter­stüt­zung rech­nen (58,0 %). Die Anga­be „attrak­ti­ves Gehalt“ fin­det sich ver­gleichs­wei­se weit hin­ten in der Lis­te (27,2 %) und ist ver­mut­lich selbstverständlich.

„Mit zuneh­men­der Digi­ta­li­sie­rung und diver­sen geo­po­li­ti­schen Kri­sen wer­den die Bedro­hun­gen kom­ple­xer und Cyber­kri­mi­nel­le gehen immer pro­fes­sio­nel­ler vor,“ erklärt Kat­rin Haupt, Geschäfts­füh­re­rin der DEKRA Aka­de­mie. „IT-Secu­ri­ty-Fach­kräf­te agie­ren in einem äußerst anspruchs­vol­len Tätig­keits­feld. Wer hier sein Hand­werk beherrscht, muss sich kei­ne Sor­gen um die beruf­li­che Zukunft machen. Vor­aus­set­zung ist aller­dings, dass die Fach­kräf­te neu­gie­rig blei­ben und sich kon­ti­nu­ier­lich weiterentwickeln.“

Inhalte des DEKRA Arbeitsmarktreports 2025:

Im Erhe­bungs­zeit­raum Ende Febru­ar 2025 wur­den 8.944 Stel­len­an­ge­bo­te in zwei Online-Job­bör­sen aus­ge­wer­tet. Der Report beinhal­tet eine/​n …

… Über­blick über die Ent­wick­lung der Beru­fe und Tätigkeitsfelder
… ver­tie­fen­de Ana­ly­se der Stel­len­an­ge­bo­te für IT-Security-Fachkräfte
… ver­tie­fen­de Ana­ly­se der Tätig­keit von Fach­kräf­ten für Arbeitssicherheit
… Exkurs zum Wan­del in der Arbeitswelt
sowie Exper­ten­kom­men­ta­re (Bun­des­agen­tur für Arbeit, EWE AG, Insti­tut für Arbeits­markt- und Berufs­for­schung, Mer­ce­des-Benz, RWI – Leib­niz-Insti­tut für Wirtschaftsforschung)

Die Ergeb­nis­se und Ana­ly­sen des DEKRA Arbeits­markt­re­ports 2025 fin­den sich unter www​.dekra​-arbeits​markt​re​port​.de.

 

Über die DEKRA Akademie

Die DEKRA Aka­de­mie GmbH, eine Toch­ter der DEKRA SE, ver­steht sich als indi­vi­du­el­ler Bera­ter und ganz­heit­li­cher Pro­zess­be­glei­ter für Qua­li­fi­zie­rung. Lang­jäh­ri­ges Know-how und Erfah­rung aus der Bil­dungs­be­ra­tung wer­den genutzt, um gemein­sam mit Part­ne­rin­nen und Part­nern neue Qua­li­fi­zie­rungs­kon­zep­te zu ent­wi­ckeln. Mit ihrer praxis‑, kun­den- und qua­li­täts­ori­en­tier­ten Aus­rich­tung ist die DEKRA Aka­de­mie einer der größ­ten pri­va­ten Bil­dungs­an­bie­ter Deutsch­lands und berei­tet jähr­lich mehr als 150.000 Teil­neh­men­de auf ver­än­der­te oder neue beruf­li­che Anfor­de­run­gen vor.

Über die DEKRA

Seit 100 Jah­ren steht DEKRA für Sicher­heit. 1925 mit dem ursprüng­li­chen Ziel gegrün­det, die Ver­kehrs­si­cher­heit durch Fahr­zeug­prü­fun­gen zu gewähr­leis­ten, hat sich DEKRA zur welt­weit größ­ten unab­hän­gi­gen nicht bör­sen­no­tier­ten Sach­ver­stän­di­gen­or­ga­ni­sa­ti­on im Bereich Prü­fung, Inspek­ti­on und Zer­ti­fi­zie­rung ent­wi­ckelt. Heu­te beglei­tet das Unter­neh­men als glo­ba­ler Part­ner sei­ne Kun­den mit umfas­sen­den Dienst­leis­tun­gen und Lösun­gen, um Sicher­heit und Nach­hal­tig­keit wei­ter vor­an­zu­trei­ben – ganz im Sin­ne des DEKRA Jubi­lä­ums­mot­tos “Secu­ring the Future”. Im Jahr 2024 hat DEKRA einen Umsatz von 4,3 Mil­li­ar­den Euro erzielt. Rund 48.000 Mit­ar­bei­ten­de sind in etwa 60 Län­dern auf fünf Kon­ti­nen­ten mit qua­li­fi­zier­ten und unab­hän­gi­gen Exper­ten­dienst­leis­tun­gen im Ein­satz. DEKRA gehört mit dem Pla­ti­num-Rating von Eco­Va­dis zu den Top-1-Pro­zent der nach­hal­tigs­ten Unter­neh­men weltweit.

 

_________________________

Quel­le: DEKRA e.V.
Foto­credits: DEKRA