An Ostern schmecken Schoko-Hasen besonders gut

An Ostern schmecken Schoko-Hasen besonders gut

Gehts auch mit weniger Zucker?

Hoch­sauer­land­kreis: Auch im Hoch­sauer­land­kreis wer­den zu Ostern wie­der vie­le Süßig­kei­ten genascht. Meis­tens in Form von Scho­ko­ei­ern oder Scho­ko­ha­sen, obwohl alle wis­sen, dass die­se zu viel Zucker ent­hal­ten und unse­rem Kör­per nicht gut­tun. Könn­ten zucker­freie Süßig­kei­ten eine Lösung sein? Vie­le Her­stel­ler bie­ten Alter­na­ti­ven mit Süß­stof­fen wie bei­spiels­wei­se Aspartam, Cycla­mat oder Sac­cha­rin an. „Der Ver­zehr sol­cher künst­lich her­ge­stell­ten Indus­trie­pro­duk­te ist nicht zwin­gend gesün­der“, sagt AOK-Ser­vice­re­gi­ons­lei­ter Dirk Schnei­der. Auch beim Ver­zehr von ‚zucker­frei­en‘ Süßig­kei­ten gibt es eini­ges zu beach­ten. „Wer sich aus­ge­wo­gen ernährt und kör­per­lich fit ist, kann zu Ostern auch zum Scho­ko­la­den­ha­sen grei­fen. Hier ist aber die Men­ge aus­schlag­ge­bend. Genuss in Maßen ist hier ange­sagt “, so die AOK-Spe­zia­lis­tin für Ernäh­rung Mari­on Finnemann.

Wie viel Zucker sollte es sein?

Die Deut­sche Gesell­schaft für Ernäh­rung (DGE) und die Deut­sche Dia­be­tes­ge­sell­schaft raten, die Men­ge von 50 Gramm Zucker täg­lich nicht zu über­schrei­ten – das sind cir­ca sechs Tee­löf­fel Haus­halts­zu­cker. Die Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on (WHO) ist stren­ger. Sie nennt einen Wert von maxi­mal 25 Gramm pro Tag. Ob fünf Stü­cke Scho­ko­la­de oder 40 Gramm Nuss-Nou­gat-Crè­me – jede Por­ti­on ent­hält in etwa 25 Gramm Zucker. Das ist schnell erreicht, denn Zucker ver­steckt sich in vie­len Lebens­mit­teln, ins­be­son­de­re in Fer­tig­pro­duk­ten. Auf der Zuta­ten­lis­te sind die­se Zucker­ar­ten benannt, wie zum Bei­spiel Dex­tro­se, Glu­ko­se oder Sac­cha­ro­se. Die ver­steck­ten Zucker­va­ri­an­ten sind häu­fig auch ein Grund, dass die täg­lich ver­zehr­te Zucker­men­ge unter­schätzt wird.

Ursachen für Krankheiten

„Hoher Zucker­kon­sum hat Fol­gen für die Gesund­heit“, sagt Fin­ne­mann. So sind laut Stu­di­en des Robert-Koch-Insti­tuts mitt­ler­wei­le jeder zwei­te Erwach­se­ne und jedes sechs­te Kind über­ge­wich­tig. „Da Über­ge­wicht ein ent­schei­den­der Risi­ko­fak­tor für Dia­be­tes, Blut­hoch­druck und Kreis­lauf­erkran­kun­gen ist, spielt unter ande­rem die Ver­rin­ge­rung des Zucker­kon­sums eine wich­ti­ge Rol­le“, so Finnemann.

Zuckeraustausch- und Süßstoffe

Süß­wa­ren ohne Zucker ent­hal­ten ent­we­der Süß­stof­fe, die kei­ne Kalo­rien lie­fern und daher auch bei Men­schen mit Dia­be­tes den Blut­zu­cker­spie­gel nicht erhö­hen. Oder die Süße stammt von Zucker­aus­tausch­stof­fen, die deut­lich weni­ger Kalo­rien ent­hal­ten als her­kömm­li­cher Zucker und des­halb den Blut­zu­cker­spie­gel nur wenig erhö­hen. Wäh­rend Süß­stof­fe gar kei­ne Kalo­rien ent­hal­ten, lie­fern Zucker­aus­tausch­stof­fe einen nied­ri­gen Ener­gie­ge­halt und haben daher – bis auf Ery­thrit – Kalo­rien. Ins­ge­samt sind sie deut­lich kalo­rien­är­mer als Zucker. Zudem gibt es gesetz­li­che Höchst­men­gen für den emp­foh­le­nen Ver­zehr der Süß- bezie­hungs­wei­se Zucker­aus­tausch­stof­fe. Auch hier gilt also: Maß hal­ten und nicht täg­lich ver­zeh­ren. Die Höchst­men­gen sind beim Bun­des­in­sti­tut für Risi­ko­be­wer­tung unter www​.bfr​.bund​.de abrufbar.

Tipps für weniger süßes Naschen

Fin­ne­mann emp­fiehlt in ers­ter Linie, auf eine aus­ge­wo­ge­ne Ernäh­rung zu set­zen, statt auf Zucker­er­satz­pro­duk­te umzu­stei­gen. „Nie­mand muss gleich voll­stän­dig auf Zucker ver­zich­ten, aber die Zuta­ten­lis­te auf­merk­sam zu lesen und die Men­ge zu redu­zie­ren, ist schon ein guter Schritt,“ sagt Fin­ne­mann und ergänzt, „offen zu sein für neue Geschmacks­er­fah­run­gen und zucker­freie Lebens­mit­tel aus­zu­pro­bie­ren, den Geschmack an ‚weni­ger süß‘ zu gewöh­nen, ist dann der nächs­te Schritt.“ Zuletzt noch ein Tipp zu Ostern: Scho­ko­la­den mit beson­ders hohem Kakao­an­teil ent­hal­ten auto­ma­tisch weni­ger Zucker.

Wei­te­re Infos zum The­ma zucker­freie Ernäh­rung im Gesund­heits­ma­ga­zin unter aok​.de Stich­wort ‚Ernäh­rung‘.

 

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Quel­le: AOK NordWest
Bild: Nicht allen Lebens­mit­teln sieht man den Zucker­ge­halt deut­lich an. Ein Blick auf die Zuta­ten­lis­te gibt Auf­klä­rung über ver­steck­te Zucker.
Foto­credits: AOK/​Colourbox/​hfr.