Krankenstand im Hochsauerlandkreis bleibt auf hohem Niveau

Krankenstand im Hochsauerlandkreis bleibt auf hohem Niveau

AOK-Gesundheitsbericht 2024: 41,9 Prozent aller Fehltage entfielen auf Langzeiterkrankungen von mehr als sechs Wochen

Hoch­sauer­land­kreis: Der Kran­ken­stand im Hoch­sauer­land­kreis bleibt wei­ter­hin auf hohem Niveau. Das geht aus dem aktu­el­len Gesund­heits­be­richt der AOK Nord­West her­vor. Danach weist die Gesamt­bi­lanz der Krank­mel­dun­gen bei den rund 50.000 bei der AOK Nord­West ver­si­cher­ten Arbeit­neh­men­den für das Jahr 2024 im Hoch­sauer­land­kreis einen Kran­ken­stand von sie­ben Pro­zent aus. Im Jahr zuvor lag der Wert bei sie­ben Pro­zent. Erkrank­te Beschäf­tig­te fehl­ten 25,5 Tage krank­heits­be­dingt in ihren Betrie­ben. Dabei dau­er­ten 41,9 Pro­zent der Fehl­zei­ten län­ger als sechs Wochen. „Der häu­figs­te Grund für eine Krank­schrei­bung waren erneut die Atem­wegs­er­kran­kun­gen mit mehr als einem Vier­tel aller Krank­heits­fäl­le“, sagt AOK-Ser­vice­re­gi­ons­lei­ter Dirk Schneider.

Atemwegserkrankungen häufigster Grund für Krankschreibung

Ursa­che für den nach wie vor hohen Kran­ken­stand war in ers­ter Linie ein wei­te­rer Anstieg bei den Krank­schrei­bun­gen wegen Atem­wegs­in­fek­ten und ande­ren Erkäl­tungs­krank­hei­ten. Der Anteil der Arbeits­un­fä­hig­keits­fäl­le auf­grund von Atem­wegs­er­kran­kun­gen an allen AU-Fäl­len lag 2024 mit 25,4 Pro­zent mit wei­tem Abstand an ers­ter Stel­le. „Die Ein­hal­tung von Abstands- und Hygie­ne­re­geln, das Tra­gen von Mas­ken, regel­mä­ßi­ges Lüf­ten und die Nut­zung von mobi­ler Arbeit haben sich schon wäh­rend der Covid-19-Pan­de­mie als gute Gegen­maß­nah­men bewährt und soll­ten wei­ter ange­wen­det wer­den, um den Kran­ken­stand bei den Atem­wegs­er­kran­kun­gen zu sen­ken“, so Schneider.

Nach den Atem­wegs­er­kran­kun­gen folg­ten die Mus­kel- und Ske­lett­er­kran­kun­gen (14 Pro­zent), Ver­dau­ungs­er­kran­kun­gen (sie­ben Pro­zent) und Ver­let­zun­gen mit einem Anteil von sechs Pro­zent an allen AU-Fällen.

16.04.2Verarbeitendes Gewerbe mit höchstem Krankenstand

Im Bran­chen­ver­gleich ist der höchs­te Kran­ken­stand bei den AOK-Mit­glie­dern im Hoch­sauer­land­kreis im Jahr 2024 mit 8,2 Pro­zent im ver­ar­bei­ten­den Gewer­be zu beob­ach­ten. Der nied­rigs­te Wert war in der Bran­che Land- und Forst­wirt­schaft mit 4,2 Pro­zent festzustellen.

Krankenstand im Hochsauerlandkreis unter Niveau von Westfalen-Lippe

Die Fehl­zei­ten im Hoch­sauer­land­kreis lie­gen mit sie­ben Pro­zent unter dem Durch­schnitt in West­fa­len-Lip­pe von 7,1 Prozent.

Betriebliches Gesundheitsmanagement einführen

Schnei­der weist dar­auf hin, dass sich das Arbeits­le­ben in den letz­ten Jah­ren durch eine zuneh­men­de Digi­ta­li­sie­rung, dem demo­gra­fi­schen Wan­del, Fach­kräf­te­man­gel, Arbeits­ver­dich­tung und Home­of­fice deut­lich ver­än­dert habe. „Die Arbeits­welt 4.0 hält Ein­zug in alle Bran­chen. Sie zeich­net sich durch eine zuneh­men­de Digi­ta­li­sie­rung und Glo­ba­li­sie­rung sowie durch einen Wan­del der gesell­schaft­li­chen Struk­tu­ren und Wer­te aus. Hier braucht es in den Unter­neh­men ein beglei­ten­des betrieb­li­ches Gesund­heits­ma­nage­ment. Das senkt Kran­ken­stän­de und Fluk­tua­ti­on, stei­gert die Mit­ar­bei­ter­zu­frie­den­heit und führt so zu mehr Pro­duk­ti­vi­tät und Wett­be­werbs­fä­hig­keit“, so Schneider.

 

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Quel­le: AOK NordWest
Bild: Ursa­che für den hohen Kran­ken­stand in 2024 im Hoch­sauer­land­kreis waren in ers­ter Linie die vie­len Atem­wegs­in­fek­te und Erkältungskrankheiten.
Foto­credits: AOK/​colourbox/​hfr