Schon früh im Jahr braucht die Ruhr Wasser aus den Talsperren

Schon früh im Jahr braucht die Ruhr Wasser aus den Talsperren

Februar und März waren im Ruhreinzugsgebiet so trocken wie seit 1929 nicht mehr

Ruhr­ver­band: Aus­ge­rech­net die Mona­te, die in der Regel dem Auf­stau des Tal­sper­ren­sys­tems für not­wen­di­ge Was­ser­ab­ga­ben in den Som­mer­mo­na­ten die­nen, haben dem Ruhr­ein­zugs­ge­biet in die­sem Jahr extrem wenig Nie­der­schlag beschert. Nach den Auf­zeich­nun­gen des Ruhr­ver­bands war der Zwei­mo­nats­zeit­raum Febru­ar und März in Sum­me so tro­cken wie zuletzt im Jahr 1929. In Febru­ar fie­len ledig­lich 21 mm Nie­der­schlag, im März sogar nur 14 mm – macht zusam­men 35 mm und damit gera­de ein­mal 22 % des­sen, was im lang­jäh­ri­gen Mit­tel für die­se Zeit­span­ne üblich ist.

Als Reak­ti­on auf die tro­cke­ne Wit­te­rung bewe­gen sich die Abflüs­se im Ein­zugs­ge­biet der Ruhr seit Ende Febru­ar im Bereich der Nied­rig­was­ser­füh­rung. Am Len­ne-Pegel Hagen-Hohen­lim­burg lag der Tages­mit­tel­wert des Abflus­ses an fast der Hälf­te aller Tage im März (14 von 31) unter dem bis­lang für die­sen Zeit­raum ermit­tel­ten Nied­rig­was­ser­ab­fluss (NQ). Der nied­rigs­te Wert wur­de am 28. März 2025 mit 6,70 m³/​s regis­triert. Auch seit dem 2. April setzt sich die­ser Trend mit Abflüs­sen unter­halb des für diesen
Pegel ermit­tel­ten nied­rigs­ten Tages­mit­tel­werts für den Monat April fort.

Am Ruhr-Pegel bei Hat­tin­gen lie­gen die Abflüs­se bis­her noch ober­halb der nied­rigs­ten Tages­mit­tel­wer­te, die in der lang­jäh­ri­gen Betrach­tung an die­sem Pegel regis­triert wur­den. Am Ruhr-Pegel Mül­heim ist hin­ge­gen am 26. März die­ses Jah­res mit 20,8 m³/​s ein neu­er NQ-Wert auf­ge­tre­ten, der bis­he­ri­ge NQ-Wert der lang­jäh­ri­gen Betrach­tung stamm­te aus dem Jahr 1991 und lag bei 21,2 m³/​s.

Auf­grund der nied­ri­gen Was­ser­füh­rung leis­tet der Ruhr­ver­band aktu­ell Zuschuss aus sei­nen Tal­sper­ren zur Ein­hal­tung der im Ruhr­ver­bands­ge­setz vor­ge­schrie­be­nen Min­dest­ab­flüs­se in der Ruhr. Allein im März gab es am Pegel Vil­ligst (Ruhr) elf zuschuss­pflich­ti­ge Tage – die zweit­höchs­te Zahl für die­sen Monat seit Ein­füh­rung der Grenz­wer­te für die Min­dest­was­ser­füh­rung im Ruhr­ver­bands­ge­setz vor 35 Jah­ren. Im April gab es bis­her 9 zuschuss­pflich­ti­ge Tage am Pegel Vil­ligst, das sind bereits jetzt mehr als im lang­jäh­ri­gen Mit­tel der Zeit­rei­he 19912024. Die Fol­ge: Anders als um die­se Jah­res­zeit üblich, stieg der Stau­in­halt der Tal­sper­ren zwi­schen dem 1. Febru­ar und 7. März nur leicht an (von 86,8 auf 87,5 % vom Voll­stau) und nahm in der Fol­ge bis zum heu­ti­gen 10. April ab (auf 85,9 % vom Voll­stau). Sor­gen um die Was­ser­ver­sor­gung muss sich den­noch nie­mand machen, das Tal­sper­ren­sys­tem ist auch für wei­te­re tro­cke­ne Fol­ge­mo­na­te gut aufgestellt.

Noch ein Blick auf die Temperaturen im Ruhreinzugsgebiet:

Die Monats­mit­tel­tem­pe­ra­tur im Febru­ar war im Ver­gleich zum Refe­renz­zeit­raum 19912020 um 0,3 Grad zu warm, im März waren es sogar 1,3 Grad. Der Trend zu immer höhe­ren Durch­schnitts­tem­pe­ra­tu­ren ist damit unge­bro­chen, auch der Dezem­ber 2024 und der Janu­ar 2025 waren wär­mer als der jewei­li­ge Refe­renz­zeit­raum. Und das Abfluss­jahr 2024, das im Novem­ber 2024 zu Ende gegan­gen ist, hat­te mit 10,5 Grad sogar die höchs­te Jah­res­mit­tel­tem­pe­ra­tur im Ruhr­ein­zugs­ge­biet seit Beginn der Wet­ter­auf­zeich­nun­gen vor über 140 Jah­ren erreicht.

 

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Quel­le: Ruhrverband
Bild: Luft­bild der Möhnetalsperre
Foto­credits: Ruhrverband