Große Regionalübung in Nordrhein-Westfalen mit rund 60 Verbindungskommandos

Große Regionalübung in Nordrhein-Westfalen mit rund 60 Verbindungskommandos

Düsseldorf/​Arnsberg: In rund 60 Ver­bin­dungs­kom­man­dos üben über 350 Reser­vis­tin­nen und Reser­vis­ten in den kom­men­den Wochen den Ernst­fall. Die Übung star­tet am 14. März im Regie­rungs­be­zirk Arns­berg. Ganz nach dem Mot­to “Vor der Kri­se Köp­fe ken­nen” trai­nie­ren Sol­da­tin­nen und Sol­da­ten gemein­sam mit zivi­len Insti­tu­tio­nen und Behör­den The­men und Auf­ga­ben der Amts- und Kata­stro­phen­hil­fe. Wei­te­re Ter­mi­ne sind der 21. März 2025 (Regie­rungs­be­zirk Düs­sel­dorf), 25.03.2025 (Regie­rungs­be­zirk Köln) und der 04.04.2025 (Regie­rungs­be­zirk Müns­ter und Detmold).

Die Sze­na­ri­en rei­chen von der Natur­ka­ta­stro­phe bis hin zur Unter­stüt­zung ver­bün­de­ter Streit­kräf­te, die durch das Bun­des­land verlegen.

So sorgt in einer “Lage” Stark­re­gen für über­flu­te­te Kel­ler und Häu­ser. THW und Feu­er­weh­ren sto­ßen mit ihren Gerä­ten und ihren Ein­satz­kräf­ten an ihre Gren­zen. In sol­chen Situa­tio­nen sind die Ver­bin­dungs­kom­man­dos der Bun­des­wehr in den Land­krei­sen und kreis­frei­en Städ­ten die wich­tigs­ten Ansprech­part­ner für die zivi­le Sei­te, um Unter­stüt­zungs­mög­lich­kei­ten der Bun­des­wehr zu besprechen.

Aber nicht nur wäh­rend Natur­ka­ta­stro­phen sind die Ver­bin­dungs­kom­man­dos gefor­dert. Ein ande­res Sze­na­rio betrifft ein Con­voi Sup­port Cen­ter (CSC). Die­se “mili­tä­ri­schen Rast­plät­ze” wer­den etwa ein­ge­rich­tet, wenn ver­bün­de­te Streit­kräf­te durch Nord­rhein-West­fa­len ver­le­gen – zum Bei­spiel auf dem Weg zur NATO-Ost­flan­ke. Auf die­sen Rast­plät­zen wer­den Sol­da­tin­nen und Sol­da­ten mit Ver­pfle­gung ver­sorgt, Fahr­zeu­ge wer­den betankt oder repa­riert. Aber was pas­siert, wenn auf dem Rast­platz plötz­lich der Strom aus­fällt? Wel­che zivi­len Unter­neh­men kön­nen in die­sem spe­zi­el­len Fall unterstützen?

Der Vor­teil der Ver­bin­dungs­kom­man­dos: Die Sol­da­tin­nen und Sol­da­ten kom­men aus der Regi­on, sind vor Ort eng mit Ver­tre­ten­den der Kom­mu­nal­po­li­tik und zivi­len Orga­ni­sa­tio­nen ver­netzt und ken­nen die Struk­tu­ren und Mög­lich­kei­ten der Regi­on. Die­se kur­zen Wege sor­gen in der Kri­se für eine schnel­le Unter­stüt­zung – etwa, wenn eine zivi­le Fir­ma mit Not­strom aus­hilft, oder Streit­kräf­te mit schwe­rem Gerät Flüs­se von Unrat befrei­en können.

Geplant und – wäh­rend der Übung koor­di­niert – wer­den sämt­li­che Ein­sät­ze aus dem Lan­des­kom­man­do Nord­rhein-West­fa­len in Düs­sel­dorf. Hier sitzt sozu­sa­gen die Zen­tra­le für das Bun­des­land und gleich­zei­tig der ver­län­ger­te Arm des Ope­ra­ti­ven Füh­rungs­kom­man­dos der Bun­des­wehr in Ber­lin, das sämt­li­che Ein­sät­ze der Bun­des­wehr im In- und Aus­land steuert.

Oberst­leut­nant Achim S. aus dem Lan­des­kom­man­do NRW koor­di­niert die Regio­nal­übung ‘25: “Die Zivil-Mili­tä­ri­sche Zusam­men­ar­beit im Bun­des­land wird über die jewei­li­gen Lan­des­kom­man­dos koor­di­niert. Wir sam­meln in unse­rem Lage­zen­trum in Düs­sel­dorf alle Infor­ma­tio­nen, prü­fen die Mög­lich­kei­ten, wenn ein Land­kreis einen Antrag auf Amts­hil­fe stellt. Oder neh­men selbst Kon­takt mit den Ver­bin­dungs­kom­man­dos auf, wenn die Bun­des­wehr von der zivi­len Sei­te Unter­stüt­zung braucht. Dabei kann es sich um die Ver­pfle­gung von einem zivi­len Cate­rer für ein Con­voi Sup­port Cen­ter han­deln. Oder wir brau­chen schnell ört­li­che Unter­stüt­zung von der Poli­zei, weil Demons­tran­ten eine mili­tä­ri­sche Kolon­ne auf­hal­ten. Es gibt zahl­rei­che Szenarien.”

Gera­de beim Blick auf die sicher­heits­po­li­ti­sche Lage wird deut­lich: Sol­da­tin­nen und Sol­da­ten in den Ver­bin­dungs­kom­man­dos – alle­samt Reser­vis­tin­nen und Reser­vis­ten – sind mehr als unter­stüt­zen­des Per­so­nal wäh­rend der Coro­na-Pan­de­mie oder einer Natur­ka­ta­stro­phe. Oberst­leut­nant S.: “Die Kame­ra­din­nen und Kame­ra­den müs­sen raus aus der rei­nen Amts­hil­fe-Welt. Sie geben uns hier in Düs­sel­dorf einen ent­schei­den­den Blick bei Pro­ble­men und Kri­sen ver­schie­dens­ter Art in die Lage vor Ort – das gilt sowohl für eine Natur­ka­ta­stro­phe als auch für die Unter­stüt­zung der Bun­des­wehr von zivi­ler Seite.”

 

Hintergrund:

Kreis- und Bezirks­ver­bin­dungs­kom­man­dos set­zen auf den Leit­spruch “Vor der Kri­se Köp­fe ken­nen”, denn: “Im Kata­stro­phen­fall zählt jede Minute”.

Sie stel­len die Schnitt­stel­le zwi­schen der zivi­len und mili­tä­ri­schen Sei­te dar. Reser­vis­ten beset­zen die Kreis­ver­bin­dungs­kom­man­dos und sind in ihren Land­krei­sen und Städ­ten bes­tens ver­netzt. Sie erfas­sen den Bedarf der zivi­len Behör­den, bera­ten die­se und prü­fen, wie mili­tä­ri­sche Unter­stüt­zung erfol­gen kann.

Das Lan­des­kom­man­do Nord­rhein-West­fa­len steu­ert die Zivil-Mili­tä­ri­sche Zusam­men­ar­beit in NRW. Fünf Bezirks- und 54 Kreis­ver­bin­dungs­kom­man­dos unter­stüt­zen die Regie­rungs­be­zir­ke, Land­krei­se und kreis­frei­en Städ­te. Zusätz­lich gibt es Ver­bin­dungs­kom­man­dos im Innen­mi­nis­te­ri­um sowie – auf­grund der Grenz­la­ge – in Bel­gi­en und den Niederlanden.

Die Ver­bin­dungs­kom­man­dos bera­ten zivi­le Behör­den zu Sicher­heits­fra­gen und Amts­hil­fe. Bei Akti­vie­rung sind sie rund um die Uhr ein­satz­be­reit. Jedes Kom­man­do besteht aus 10 Dienst­pos­ten und kann im Schicht­be­trieb 247 arbei­ten. Bei Akti­vie­rung ruhen die zivi­len Berufe.

 

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Quel­le: Ter­ri­to­ria­les Füh­rungs­kom­man­do der Bun­des­wehr, über­mit­telt durch news aktuell
Bild: Knapp 100 Reser­vis­tin­nen und Reser­vis­ten üben in den kom­men­den Wochen an jedem Frei­tag in einem ande­ren Regie­rungs­be­zirk in Nord­rhein-West­fa­len. Zu den wich­tigs­ten Uten­si­li­en – neben dem Netz­werk vor Ort – gehö­ren Lage­kar­ten. Bri­ga­de­ge­ne­ral Hans-Die­ter Mül­ler (r.) beim Besuch des Kreis­ver­bin­dungs­kom­man­dos Hochsauerlandkreis
Foto­credits: Bundeswehr/​ Lan­des­kom­man­do Nordrhein-Westfalen