Vergessene Zukunft: Wann stellt die Politik unsere Kinder in den Mittelpunkt?

Vergessene Zukunft: Wann stellt die Politik unsere Kinder in den Mittelpunkt?

Hagen: Es ist Janu­ar 2025, und die Pro­ble­me in der Kin­der­be­treu­ung und Bil­dung set­zen sich fort. Für vie­le von uns Fami­li­en ist der All­tag zum Kraft­akt gewor­den. Mein Sohn Liam 5 Jah­re ist schon wie­der zu Hau­se, mehr als drei Tage ohne Betreu­ung und Bil­dung. Ich kann nicht arbei­ten, obwohl ich ger­ne Zeit mit mei­nen Kin­dern ver­brin­ge aber ich habe auch einen Job, Rech­nun­gen zu bezah­len und ein Dach über dem Kopf zu sichern. Die­se Situa­ti­on betrifft nicht nur mich, son­dern tau­sen­de Fami­li­en in Deutschland.

Eine funk­tio­nie­ren­de Kin­der­be­treu­ung und Bil­dung steht zuneh­mend auf der Kip­pe. Immer mehr Ein­schrän­kun­gen, immer weni­ger Sta­bi­li­tät die Kata­stro­phe nimmt Fahrt auf. Unse­re Kin­der ver­die­nen sta­bi­le Betreu­ung, Bil­dung und eine siche­re Umge­bung, doch statt­des­sen erle­ben wir Woche für Woche Aus­fäl­le und Ein­schrän­kun­gen. Die Betreu­ungs­lü­cken sind zu groß, und die Belas­tung wird auf die Eltern abge­wälzt. Vie­le von uns müs­sen immer wie­der impro­vi­sie­ren und sich recht­fer­ti­gen beim Arbeit­ge­ber, im All­tag und gegen­über den Kin­dern, die sich nach sta­bi­len Struk­tu­ren sehnen.

Das Kita-Per­so­nal steht unter Dau­er­be­las­tung und kann längst nicht mehr die Betreu­ung und Bil­dung bie­ten, die es ger­ne leis­ten wür­de. Statt Freu­de, Sta­bi­li­tät und gute Bil­dung zu ermög­li­chen, kämp­fen sie täg­lich gegen Per­so­nal­man­gel, Krank­heits­spit­zen und unbe­setz­te Stel­len. Das Sys­tem ist am Ende. Wäh­rend­des­sen wächst die War­te­lis­te der Eltern und Kin­der, die auf einen Betreu­ungs­platz hof­fen eine Lösung ist nicht in Sicht.

Die Lage wird nicht bes­ser, son­dern immer schlim­mer. Wir alle Fami­li­en, Erzieher:innen und Kin­der ste­hen vor einer aus­weg­lo­sen Situa­ti­on. Es fehlt an allem: Per­so­nal, Res­sour­cen und poli­ti­schen Lösun­gen. Das, was für unse­re Kin­der so wich­tig ist, droht in einem geschei­ter­ten Sys­tem unter­zu­ge­hen, und alle Betei­lig­ten sind die Leidtragenden.

Erst wenn die letz­te Kita geschlos­sen, die letz­te Erzieher:in aus­ge­brannt und der letz­te Betreu­ungs­platz gestri­chen ist, wer­det ihr fest­stel­len, dass ohne Bil­dung und Betreu­ung kei­ne Zukunft finan­ziert wer­den kann. Dann wacht viel­leicht auch die Poli­tik auf aber nur viel­leicht. Doch dann ist es lei­der zu spät.

Kita-Krise: Wenn das System am Abgrund steht Familien, Erzieher:innen und unsere Kinder in Not!!

Nichts läuft mehr rich­tig weder die Ver­ein­bar­keit von Beruf und Fami­lie noch die Arbeits­si­tua­ti­on der Erzie­he­rin­nen und Erzie­her, die längst über­las­tet sind. Fami­li­en kämp­fen mit finan­zi­el­len Sor­gen und der Angst vor dem Job­ver­lust, wäh­rend unse­re Kin­der nicht die Bil­dung bekom­men, die sie so drin­gend benö­ti­gen. Die­ses Sys­tem steht am Abgrund und braucht drin­gend einen Neustart.

Ich bin sprach­los als Vater 2025 droht die nächs­te Katastrophe

Kita-Notstand: „Unsere Kinder und wir Eltern sind am Limit – 2025 droht der Kollaps“

Die Situa­ti­on in den Kitas hat sich in den letz­ten Jah­ren dra­ma­tisch ver­schärft. Als Eltern ste­hen wir vor unlös­ba­ren Her­aus­for­de­run­gen, unse­re Kin­der lei­den unter einem Sys­tem, das den Anfor­de­run­gen längst nicht mehr gerecht wird. Und 2025? Die Zei­chen ste­hen auf wei­te­re Katastrophen.

Die stum­men Opfer: Wie unse­re Kin­der unter einer igno­ran­ten Poli­tik lei­den. Zukunft ver­spielt: War­um unse­re Kin­der kei­ne Lob­by haben. Am Boden ange­kom­men: Wie Kita-Kri­se und Bil­dungs­cha­os unse­re Gesell­schaft zer­stö­ren. Die unsicht­ba­re Kri­se: Wenn Poli­tik unse­re Kin­der im Stich lässt. Alarm­stu­fe Rot: Wie wir die Zukunft unse­rer Kin­der aufs Spiel setzen.

Die nackten Zahlen: Eine erschreckende Bilanz

2023 war bereits ein Jahr vol­ler Ein­schrän­kun­gen: 18.960 Mel­dun­gen zu Pro­ble­men in der Betreu­ung, dar­un­ter 8234 Redu­zie­run­gen der Betreu­ungs­zeit und 453 Schlie­ßun­gen von Ein­rich­tun­gen. Doch 2024 setz­te dem Gan­zen die Kro­ne auf: Die Gesamt­mel­dun­gen stie­gen auf 23.611, mit 10.385 Redu­zie­run­gen und einer unfass­ba­ren Zahl von 3555 Schließungen.

Es ist kaum in Wor­te zu fas­sen, was das für uns Eltern bedeu­tet. Wir ver­su­chen, unse­ren All­tag zwi­schen Beruf und Fami­lie zu orga­ni­sie­ren, wäh­rend wir Woche für Woche zu hören bekom­men, dass Grup­pen aus­fal­len, Betreu­ungs­zei­ten gekürzt oder die Kita kom­plett geschlos­sen wird.

Unse­re Kin­der sind die Leid­tra­gen­den. Sie erle­ben stän­di­ge Unru­he und Unsi­cher­heit in ihrem All­tag. Sie ver­lie­ren sozia­le Kon­tak­te und wich­ti­ge Bil­dungs­zeit. Das, was Kitas bie­ten sol­len ein Ort der Sicher­heit, Bil­dung und För­de­rung wird ihnen immer öfter genommen.

Auch wir als Eltern ste­hen vor dem Zusam­men­bruch. Wie sol­len wir arbei­ten, wenn wir stän­dig kurz­fris­tig ein­sprin­gen müs­sen? Wie kön­nen wir pla­nen, wenn nichts mehr ver­läss­lich ist? Der Druck auf Fami­li­en ist enorm und steigt unaufhaltsam.

Und 2025?

Die bis­he­ri­gen Trends las­sen für 2025 nichts Gutes erwar­ten. Wenn kei­ne Maß­nah­men ergrif­fen wer­den, um die Per­so­nal­si­tua­ti­on zu sta­bi­li­sie­ren und die Betreu­ung sicher­zu­stel­len, wird der Kol­laps zur Normalität.

Unse­re Kin­der haben ein Recht auf Betreu­ung und Bil­dung. Wir Eltern haben ein Recht auf Planbarkeit.

Kita-Kri­se: Über­las­tung, Per­so­nal­man­gel und drin­gen­der Handlungsbedarf!!

Die Kita-Kri­se spitzt sich dra­ma­tisch zu: 125.000 Fach­kräf­te feh­len, 64 % der Erzieher:innen arbei­ten in stän­di­ger Unter­be­set­zung, und die Über­las­tung führt zu stei­gen­den Kran­ken­ta­gen, Job­wech­seln und Kün­di­gun­gen. Unse­re Kin­der lei­den unter schlech­te­rer Betreu­ung, und das ‚Gute-Kita-Gesetz‘ hat sei­ne Zie­le klar ver­fehlt. Auch das neue ‚Kita-Qua­li­täts­ge­setz‘ mit vier Mil­li­ar­den Euro ist nur ein Trop­fen auf den hei­ßen Stein Pro­gno­sen zei­gen, dass bis 2030 allein in West­deutsch­land bis zu 90.000 Fach­kräf­te feh­len könn­ten. Ohne eine dau­er­haf­te Unter­stüt­zung durch den Bund dro­hen Kitas zu kol­la­bie­ren. Es muss drin­gend mehr inves­tiert wer­den, denn unse­re Kin­der ver­die­nen eine Zukunft mit guter Bil­dung und Betreuung.

Poli­tik, wenn ihr so wei­ter­macht, ste­hen wir kurz vor Kita-Schlie­ßun­gen. Kita Schlie­ßun­gen sind so nah wie nie zuvor, wäh­rend die Poli­tik weit weg von der Rea­li­tät bleibt. Da der Ego grö­ßer ist als die Ver­ant­wor­tung für unse­re Kin­der nach dem Mot­to das bringt weder Nut­zen noch Geld. Das Bil­dungs­sys­tem steht wei­ter am Abgrund, Kin­der haben kei­ne Lob­by, obwohl sie die Zukunft von mor­gen sind. Die Poli­tik ver­sagt, wenn unschul­di­ge Kin­der die Opfer einer Bil­dungs­ka­ta­stro­phe wer­den, die sie nie ver­ur­sacht haben. Wer nicht in Bil­dung inves­tiert, zahlt spä­ter einen hohen Preis und die­sen zah­len wir als Gesell­schaft näm­lich von unse­ren Steu­ern. Poli­tik Ihr soll­tet euch schä­men, Lisa Paus, Jose­fi­ne Paul Hen­drik Wüst, Olaf Scholz u.s.w. Freie Trä­ger von Kitas ste­hen finan­zi­ell vor dem Aus – Insol­ven­zen dro­hen, und das ver­blei­ben­de Per­so­nal kehrt dem Beruf den Rücken. Die letz­ten Erzie­her und Erzie­he­rin­nen stei­gen aus aus­ge­brannt und erschöpft, vie­le suchen sich einen neu­en Job. Kin­der sind zuhau­se, wir Eltern ver­lie­ren unse­ren Job oder müs­sen die­sen auf­ge­ben und lan­den als Bür­ger­geld-Emp­fän­ger. Das ist die trau­ri­ge Rea­li­tät der Zukunft die weder Men­schen­wür­de noch Respekt wahrt eine abso­lu­te Kata­stro­phe. Kita Schlie­ßun­gen 3 bis 6 Mona­ten wer­den die ers­ten Kitas geschlos­sen sein.

Die Poli­tik muss end­lich unse­re Kin­der in den Fokus rücken. Sie sind die Zukunft, doch wer­den sie immer wie­der an den Rand der Gesell­schaft gedrängt. Die Bau­stel­len wach­sen, die Lücken wer­den grö­ßer, und unse­re Kin­der ver­schwin­den immer mehr aus dem Blick­feld der Ver­ant­wort­li­chen. Das ist eine trau­ri­ge Rea­li­tät und eine men­schen­ver­ach­ten­de Igno­ranz, die sofor­ti­ge Ver­än­de­rung erfordert.

Mit ent­täu­schen­den Worten

Alex Lie­fer­mann

 

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Quel­le: Alex Liefermann
Foto­credits: Alex Liefermann