Hochsauerlandkreis: 2035 werden 69.400 Menschen im Rentenalter sein

Hochsauerlandkreis: 2035 werden 69.400 Menschen im Rentenalter sein

Wer im Hochsauerlandkreis für den Bundestag kandidiert, dem sollen Beschäftigte auf den „Renten-Zahn“ fühlen

Der Hoch­sauer­land­kreis kommt in die Jah­re: Heu­te leben rund 57.600 Men­schen im Hoch­sauer­land­kreis, die im Ren­ten­al­ter sind. Ihre Zahl wird in fünf Jah­ren bereits bei rund 60.700 lie­gen. Und 2035 wer­den rund 69.400 Men­schen der „Gene­ra­ti­on Ü67“ ange­hö­ren – ein „Senio­ren-Plus“ von 21 Pro­zent gegen­über heu­te. Das geht aus einer „Ruhe­stands-Pro­gno­se“ her­vor, die das Pest­el-Insti­tut im Auf­trag der Gewerk­schaft Nah­rung-Genuss-Gast­stät­ten (NGG) gemacht hat.

Die NGG Süd­west­fa­len warnt jetzt vor zu nied­ri­gen Ren­ten. Es gehe dar­um, ein „Abrut­schen der Ren­te“ zu ver­hin­dern: „Wer im Alter genug Geld zum Leben haben will, muss sich am 23. Febru­ar dar­um küm­mern. Denn wie hoch die gesetz­li­che Ren­te sein wird, das kann jeder mit­ent­schei­den – und zwar per Kreuz in der Wahl­ka­bi­ne bei der Bun­des­tags­wahl. Und die Ren­te ist für alle wich­tig – für Jung und Alt: für den Azu­bi in der Gas­tro­no­mie genau­so wie für den Alt­ge­sel­len in der Bäcke­rei oder für den Lager­ar­bei­ter in der Lebens­mit­tel­pro­duk­ti­on“, sagt Isa­bell Mura.

Die Geschäfts­füh­re­rin der NGG Süd­west­fa­len rich­tet des­halb einen „Ren­ten-Appell“ an die Beschäf­tig­ten im Hoch­sauer­land­kreis. Sie sol­len den Wahl­kampf nut­zen, um den Par­tei­en auf den „Ren­ten-Zahn“ zu füh­len: „Wer im Hoch­sauer­land­kreis für den Bun­des­tag kan­di­diert, muss Far­be beken­nen. Die ent­schei­den­de Fra­ge beim Stra­ßen­wahl­kampf im Hoch­sauer­land­kreis ist: Wie hoch wol­len die Bun­des­tags­kan­di­da­ten die Ren­ten­lat­te legen?“

Denn der neue Bun­des­tag und die Bun­des­re­gie­rung müss­ten drin­gend eine Ren­ten­re­form anpa­cken. „Der wich­tigs­te Punkt dabei ist das Ren­ten­ni­veau: Je höher es ist, des­to mehr Geld haben die Senio­ren im Porte­mon­naie. Da geht es um jeden Pro­zent­punkt – auch hin­term Kom­ma“, so Isa­bell Mura. Hier müs­se es eine Hal­te­li­nie nach unten geben: „Unter 48 Pro­zent darf das Ren­ten­ni­veau nicht sacken. Sonst rut­schen näm­lich noch mehr Men­schen in die Alters­ar­mut“, sagt die Gewerk­schaf­te­rin. Die NGG Süd­west­fa­len for­dert, dass das Ren­ten­ni­veau zukünf­tig auch wie­der auf 50 Pro­zent und höher stei­gen muss.

Neben die­sem „Pro­zent-Check“ zur Ren­ten­hö­he gehe es auch dar­um, die Posi­tio­nen der Par­tei­en zum geplan­ten Ren­ten­ein­tritts­al­ter abzu­klop­fen: „Ab wann sol­len die Men­schen ohne Abschlä­ge in Ren­te gehen kön­nen? – Genau die­se Fra­ge soll­ten die Beschäf­tig­ten den Bun­des­tags­kan­di­da­ten im Hoch­sauer­land­kreis eben­falls stel­len – und zwar bei jeder Gele­gen­heit, die sich bis zur Bun­des­tags­wahl bie­tet“, for­dert Isa­bell Mura.

Par­tei­en, die ver­such­ten, das Ren­ten­ein­tritts­al­ter nach oben zu schrau­ben, mach­ten eine „Weit-weg-Poli­tik vom Arbeits­le­ben der Men­schen“. Schon die Ren­te mit 67 sei für vie­le jetzt uner­reich­bar. „Vom Koch bis zum Pro­duk­ti­ons­hel­fer, der Tag für Tag in der Lebens­mit­tel­in­dus­trie am Band steht: Vie­le, die dau­er­haft anstren­gen­de Arbeit leis­ten, sind oft schon viel frü­her am Ende“, so Isa­bell Mura.

Außer­dem for­dert die NGG Süd­west­fa­len einen „Ren­ten­topf für alle“: „Von der Rechts­an­wäl­tin bis zum Lebens­mit­tel­tech­ni­ker, von der Köchin, Kell­ne­rin und Kon­di­to­rin bis zum Arzt, Apo­the­ker und Archi­tek­ten – für alle muss es künf­tig eine Ren­ten­kas­se geben“, sagt NGG-Geschäfts­füh­re­rin Mura. Wich­tig sei dar­über hin­aus, die Ren­te „finan­zi­ell auf soli­de Füße zu stel­len“. Einer Akti­en­ren­te erteilt die NGG Süd­west­fa­len damit eine kla­re Absa­ge: „Die gesetz­li­che Ren­te mit ihren Bei­trä­gen, für die Beschäf­tig­te hart gear­bei­tet haben, hat an der Bör­se nichts zu suchen. Sie darf nicht – in Akti­en­pa­ke­te ver­packt – gehan­delt wer­den“, so Mura. Auch das von CDU/C­SU-Kanz­ler­kan­di­dat Fried­rich Merz im Wahl­kampf jetzt gefor­der­te staat­li­che Akti­en-Depot für Kin­der sei nichts ande­res als „der Beginn eines schlei­chen­den Aus­stiegs aus der gesetz­li­chen Rentenversicherung“.

Ent­schei­dend für eine Ren­te, die zum Leben reicht, sei vor allem aber auch ein guter Lohn. Wer heu­te zum Min­dest­lohn arbei­te, rut­sche im Alter „schnur­stracks in die Armut“. Aktu­ell gibt es nach Berech­nun­gen, die das Pest­el-Insti­tut für die NGG gemacht hat, rund 27.100 Jobs im Hoch­sauer­land­kreis, in denen die Men­schen weni­ger als 15 Euro pro Stun­de verdienen.

„So ein Nied­rig­lohn ist nichts ande­res als eine Armuts­fal­le fürs Alter“, sagt Mura. Ziel müs­se es sein, mehr Jobs zu haben, in denen der Tarif­lohn gezahlt wer­de. Auch dar­um gehe es bei der Bun­des­tags­wahl. „Das Stich­wort heißt: Bun­des­ta­rif­treue­ge­setz. Auch dar­auf war­ten vie­le Nied­rig­lohn-Beschäf­tig­te im Hoch­sauer­land­kreis“, sagt Isa­bell Mura. Es gehe immer­hin dar­um, dass bei öffent­li­chen Auf­trä­gen künf­tig kon­se­quent der Tarif­lohn gezahlt werde.

 

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Quel­le: Gewerk­schaft Nah­rung-Genuss-Gast­stät­ten (NGG) Regi­on Südwestfalen
Bild: Eine Ren­te, bei der nichts abplatzt: Die Ren­te braucht eine Reform – einen fri­schen Anstrich. Und der muss vor allem beim Ren­ten­ni­veau glän­zen: „50 plus X“ Pro­zent, for­dert die NGG Süd­west­fa­len. Die Gewerk­schaft appel­liert des­halb an die Beschäf­tig­ten im Hoch­sauer­land­kreis, den Bun­des­tags­kan­di­da­ten im Wahl­kampf „inten­siv auf den ‚Ren­ten-Zahn‘ zu fühlen“
Foto­credits: NGG | Nils Hillebrand