Die Chance genutzt : Wieder am Lenker

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Dirk B. kommt über einen Lohnkostenzuschuss in Festanstellung bei Taxi Dora

win­ter­berg-total­lo­kal : Hoch­sauer­land­kreis : Dirk B. kommt über einen Lohn­kos­ten­zu­schuss nach dem Teil­ha­be­chan­cen­ge­setz in Fest­an­stel­lung bei Taxi Dora – Unter­stüt­zung vom Job­cen­ter Hochsauerlandkreis

Dirk B. kommt von sei­ner Tour als Bus­fah­rer zurück. Er hat För­der­schü­le­rin­nen und ‑schü­ler im soge­nann­ten “Schü­ler­spe­zi­al­ver­kehr” im Hoch­sauer­land­kreis beför­dert. 300 Kilo­me­ter sind das oft. Dirk B. sieht zufrie­den aus. Sehr zufrie­den. Genau wie sein Gegen­über Dani­el Drees. Er ist Geschäfts­füh­rer von Taxi Dora und wird Dirk B. dem­nächst einen fes­ten Arbeits­platz als Berufs­kraft­fah­rer in sei­nem Unter­neh­men, das es seit 55 Jah­ren gibt und er mit sei­nem Bru­der in drit­ter Genera­ti­on führt, anbie­ten : “Wir haben Herrn B. in den ver­gan­ge­nen zwei Jah­ren hier als zuver­läs­si­gen Mit­ar­bei­ter schät­zen gelernt. Er hat eine pro­fes­sio­nel­le Arbeits­auf­fas­sung, zudem passt er im Umgang mit Men­schen in unse­re Welt”, lobt Dani­el Drees den 44-jäh­ri­gen aus dem Hochsauerlandkreis.

Dirk B. selbst hat sich aus der Lang­zeit­ar­beits­lo­sig­keit wie­der in ein unbe­fris­te­tes Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis zurück gekämpft : “Ich habe die Chan­ce genutzt und bin wie­der am Lenker.”

Dabei sah es eini­ge Zeit nicht so aus. Zunächst nutz­te er sei­nen Grund­wehr­dienst, um den Lkw-Füh­rer­schein zu erwer­ben und fand auch eine Anstel­lung als Berufs­kraft­fah­rer. Er erwirbt auch die Berech­ti­gung, Bus­se zu fah­ren und dem­entspre­chend Per­so­nen zu beför­dern. 13 Jah­re lang ist er im Sauer­land im Lini­en- und Schü­ler­ver­kehr tätig, doch dann wird er gesund­heit­lich aus­ge­bremst : “Hüf­te und Knie, da konn­te mir auch mein dama­li­ger Arbeit­ge­ber kein zuge­schnit­te­nes Ange­bot machen”, sagt er.

Zwar absol­viert Dirk B. erfolg­reich eine von der Bun­des­agen­tur für Arbeit geför­der­te Umschu­lung zum Tou­ris­mus­kauf­mann, doch zur dau­er­haf­ten Beschäf­ti­gung in einem Rei­se­bü­ro führt dies nicht. Die Über­le­gung, sich selb­stän­dig zu machen, ver­wirft er wie­der. Die Gesamt­si­tua­ti­on belas­tet ihn zuse­hends. “Ich war drei Jah­re außer Gefecht. Trotz­dem habe ich mich nicht aufgegeben.”

Sein Rezept : “Man muss nur wol­len” geht auf : Mit viel “Schweiß und Aus­dau­er” und nach erfolg­reich über­stan­de­nen medi­zi­ni­schen Ein­grif­fen nimmt Dirk B. an Wei­ter­bil­dun­gen teil, die sei­nen Sta­tus als Bus­fah­rer erhalten.

Unter­stützt, unter ande­rem bei Bewer­bun­gen auf ent­spre­chen­de Stel­len­an­ge­bo­te, wird er hier­bei vom Job­cen­ter Hoch­sauer­land­kreis. “Das zum 01. Janu­ar 2019 in Kraft getre­te­ne Teil­ha­be­chan­cen­ge­setz hat den Schub gebracht, weil es Men­schen, die bereits län­ger arbeits­los sind, wie­der Per­spek­ti­ven auf dem Arbeits­markt gibt – indem sie inten­siv betreut, indi­vi­du­ell bera­ten und wirk­sam geför­dert wer­den”, sagt Sig­rid Neli­scher, Mit­ar­bei­te­rin und zugleich Job-Coach im Job­cen­ter Hochsauerlandkreis.

Ihre Kon­tak­te und die des Fir­men­in­ha­bers zum Arbeit­ge­ber­ser­vice des Job­cen­ters Sun­dern tra­gen schluss­end­lich dazu bei, dass im August 2020 eine Arbeits­er­pro­bung bei der Taxi-Zen­tra­le DORA in Arns­berg-Berg­heim erfolg­reich gestar­tet wer­den kann. DORA-Chef Dani­el Drees fin­det das Pro­gramm, mit dem bis­lang im Hoch­sauer­land­kreis 51 sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Arbeits­plät­ze geschaf­fen wer­den konn­ten, rich­tig gut : “Es ist der För­der­zeit­raum von bis zu zwei Jah­ren, eine Win-win-Situa­ti­on für bei­de Sei­ten. Als Arbeit­ge­ber sehen wir den Beschäf­tig­ten über einen län­ge­ren Zeit­raum, und der Arbeit­neh­mer hat eine län­ge­re Per­spek­ti­ve”, sagt Drees.
“Uns hat Dirk. B. über­zeugt. Gleich­zei­tig hat uns das För­der­pro­gramm über­zeugt. Ich wür­de die­sen Weg noch­mals gehen”, sagt der jun­ge Tra­di­ti­ons­un­ter­neh­mer. Dass er einen Men­schen wie­der ins Erwerbs­le­ben geführt hat, weiß er, bleibt aber beschei­den. Sauer­län­der. Dem­nächst wird Dirk. B. den unbe­fris­te­ten Arbeits­ver­trag unter­schrei­ben und ist glück­lich regel­mä­ßig einer adäqua­ten Beschäf­ti­gung nach­ge­hen zu können.

Zum Hin­ter­grund :

Bei der “Ein­glie­de­rung von Lang­zeit­ar­beits­lo­sen” erhal­ten Arbeit­ge­ber unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen Lohn­kos­ten­zu­schüs­se für den För­der­zeit­raum von maxi­mal zwei Jah­ren. Im ers­ten Jahr beträgt die För­de­rung 75 Pro­zent des regel­mä­ßig gezahl­ten Lohns und im zwei­ten Jahr 50 Prozent.

Im Fall der “Teil­ha­be am Arbeits­markt” läuft die För­de­rung über maxi­mal fünf Jah­re und gewährt Arbeit­ge­bern unter klar defi­nier­ten Vor­aus­set­zun­gen zu Beginn einen Lohn­kos­ten­zu­schuss von 100 Prozent.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen erteilt der Arbeit­ge­ber­ser­vice des jeweils zustän­di­gen Jobcenters.

Bild : „Fle­xi­bi­li­tät muss man mit­brin­gen“: Dirk B., oben am Len­ker des Bus­ses, erhält Instruk­tio­nen von sei­nem Chef Dani­el Drees (Taxi-Zen­tra­le DORA). Er ist wie­der im Voll­erwerbs­le­ben ange­kom­men. Gehol­fen hat eine För­de­rung nach dem Teilhabechancengesetz.

Foto­credits : HSK

Quel­le : Pres­se­stel­le Hochsauerlandkreis

 


Bericht : winterberg-totallokal.de - Ihr Nachrichtenmagazin aus Winterberg

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