Herbstsynode stellt wichtige Weichen für den Klimaschutz

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Mit einem Klimamanager/​einer Klimamanagerin nimmt der Evangelische Kirchenkreis Soest-Arnsberg seine ambitionierten Klimaziele ab 2022 verschärft in Angriff

win­ter­berg-total­lo­kal : Soest-Arns­berg : Zwei­mal im Jahr tref­fen sich Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter der Pres­by­te­ri­en, der Lei­tungs­gre­mi­en der Kir­chen­ge­mein­den, die Gemein­de-und Kreispfarrer/​innen sowie beru­fe­ne Mit­glie­der zur Syn­ode. Die Herbst­syn­ode behan­delt Schwer­punkt­the­men des kirch­li­chen Lebens und beschließt den Haus­halt für das kom­men­de Jahr.

156 Teil­neh­mer hat­ten sich digi­tal ver­sam­melt, alle neun Mit­glie­der des Kreis­syn­odal­vor­stan­des waren zudem in Wicke­de anwe­send. Der Lipp­städ­ter Tho­mas Hart­mann wur­de zu Beginn der Zusam­men­kunft mit einem Segen in sein Amt eingeführt.

EV KIRCHENKREIS SOEST-ARNSBERG
Pfar­rer Dr. Udo Arnol­di führt Asses­sor Tho­mas Hart­mann mit einem Segen in sein Amt ein Evan­ge­li­scher Kir­chen­kreis Soest-Arnsberg

Bür­ger­meis­ter Chris­tof Bartsch aus Bri­lon, wo die Syn­ode eigent­lich statt­fin­den soll­te, spie­gel­te in einem kur­zen Wort­bei­trag die Gefüh­le der Men­schen in der Gemein­de Bri­lon wider, stell­ver­tre­tend für ein Land, das wie der Rest der Welt von dem The­ma Coro­na stark beherrscht wird. „Von Sor­ge bis Wut spürt man eine gewis­se Spreng­kraft in der Gesell­schaft. Ohn­macht macht es den Men­schen in Bri­lon schwer“, so beschrieb der Bür­ger­meis­ter die Situa­ti­on vor Ort. Er sprach auch das schmerz­li­che The­ma des Kirch­turm­ab­ris­ses der Evan­ge­li­schen Kir­che in Bri­lon an (Anmer­kung d. Redak­ti­on : durch Wet­ter­ein­flüs­se ist der Turm stark ein­sturz­ge­fähr­det); dies sei eine Chan­ce und eine Mög­lich­keit für Neu­es in einer Zeit des Umbruchs und zudem ein bei­spiel­haf­tes und gro­ßes Zei­chen für Mut in der Ohn­macht, für Ver­lust und Neubeginn.

Tra­di­tio­nell trägt die Herbst­syn­ode auch den Titel „Finanz­syn­ode“. Hier wird all­jähr­lich Bilanz gezo­gen, der Lei­ter der Ver­wal­tung, Bernd Göbert, leg­te Zah­len vor und erläu­ter­te diese.

Die Beschlüs­se der Haus­halts­pla­nung waren mehr­heit­lich schnell gefasst. Als es um die Pla­nung einer ein­heit­li­chen IT Stra­te­gie ging, herrsch­te zunächst Unsi­cher­heit, doch schnell mach­te Göbert klar : „Immer wie­der sieht man Bei­spie­le dafür, wie wich­tig der Schutz vor Cyber­kri­mi­na­li­tät ist.“ Zuletzt sei die Stadt Wit­ten dies­be­züg­lich hart getrof­fen wor­den, wie man in den Nach­rich­ten lesen kön­ne. Inner­halb der nächs­ten zwei Jah­re müs­se auf kirch­li­cher Ebe­ne drin­gend auf­ge­rüs­tet werden.

Basis der Finanz­dar­stel­lun­gen war die Dis­kus­si­on um Rück­gang von Ein­nah­men und Rück­la­gen sowie die Sich­tung von Aus­ga­ben­fel­dern. Wie kann ein sinn­vol­ler Spar­pro­zess aus­se­hen ? Ein­spa­run­gen durch Per­so­nal sei­en nicht die Lösung, so der Ver­wal­tungs­lei­ter, auf­grund von aktu­ell wich­ti­gen Auf­ga­ben und Her­aus­for­de­run­gen der Zukunft. „Auch die Kom­pen­sa­ti­on von Per­so­nal­fluk­tua­tio­nen und die Nach­wuchs­för­de­rung sind, wie über­all, not­wen­di­ge Pos­ten“, so Göbert.

Am Ende zeig­te das Ergeb­nis klar : Die vorraus­schau­en­de und umsich­ti­ge Bil­dung von Rück­la­gen ermög­licht trotz sin­ken­der Kir­chen­steu­ern noch immer ein klar struk­tu­rier­tes Han­deln mit fes­tem Blick in die Zukunft.

Die Lan­des­kir­che kann auch in die­sem Jahr, wie im Vor­jahr, mit 510 Mil­lio­nen Euro pla­nen. In 2022 gehen rund 308 Mil­lio­nen Euro an die Kir­chen­ge­mein­den und Kir­chen­krei­se. Der Anteil des Kir­chen­krei­ses Soest-Arns­berg beträgt 14,7 Mil­lio­nen Euro.

Ein/​e Klimamanager/​in soll den Evan­ge­li­schen Kir­chen­kreis Soest-Arns­berg bei sei­nen Kli­ma­zie­len unterstützen

Die Syn­oda­len Ste­fa­nie Schu­ma­cher, Kat­rin Köp­pe-Bäu­mer und Albert Som­mer­feld fass­ten zusam­men, was es Neu­es zum The­ma Kli­ma­stra­te­gie bei der Lan­des­syn­ode gab. An den Zie­len und deren Umset­zung kann sich auch der Kir­chen­kreis eng ori­en­tie­ren. So feh­le der Evan­ge­li­schen Kir­che von West­fa­len (EkvW) bis­her ein zen­tra­les Regis­ter über alle Gebäu­de in den Gemein­den. Oder eine zen­tra­le Daten­samm­lung, die alle Ener­gie­da­ten aus­wer­tet und monat­lich fort­schreibt. Der Ener­gie­ver­brauch soll mas­siv gesenkt wer­den, die Umstel­lung von fos­si­len auf erneu­er­ba­re Ener­gien beschleu­nigt wer­den, die Emis­si­on von Treib­haus­ga­sen sicht­bar gemin­dert werden.

Der Beschluss der Lan­des­syn­ode : Die Errei­chung der Kli­ma­schutz­zie­le hat höchs­te Prio­ri­tät. Vor­schlä­ge für ver­bind­li­che Maß­nah­men inklu­si­ve recht­li­cher und per­so­nel­ler Rege­lun­gen unter Beach­tung regio­na­ler Gege­ben­hei­ten sol­len erar­bei­tet wer­den und zur Früh­jahrs­syn­ode zur Dis­kus­si­on gestellt werden.

Da effek­ti­ver Kli­ma­schutz arbeits- und zeit­in­ten­siv sei, sei hier­für haupt­amt­li­ches Per­so­nal drin­gend notwendig.

Der Evan­ge­li­sche Kir­chen­kreis Soest-Arns­berg ist gut auf­ge­stellt für das Vor­ha­ben der Umset­zung der Kli­ma­stra­te­gie, dank vie­ler enga­gier­ter Ehren­amt­li­cher und Mit­ar­bei­ter im Kir­chen­kreis. Doch schon vor zwei Jah­ren war Kon­sens : „Ohne einen Pro­fi, der sich voll und ganz dem Kli­ma­schutz und der Arten­viel­falt wid­met, wer­den wir nicht viel errei­chen können.“

Und auch in der Kli­ma­wo­che in die­sem Som­mer und den damit ein­her­ge­hen­den Dis­kus­sio­nen war klar geworden :

Es muss kon­kret wer­den, ohne Kli­ma­ma­na­ge­rIn ist das Errei­chen der Zie­le, die sich der Evan­ge­li­sche Kir­chen­kreis Soest-Arns­berg gesetzt hat, unrea­lis­tisch. Kern­fra­gen wie Gebäu­de­sa­nie­rung oder gar Abriss, mög­lichst ener­gie­ef­fi­zi­en­te Neu­bau­ten und die wich­ti­ge Beschaf­fung von För­der­gel­dern kön­nen nicht neben­bei von der Bau­amts­ab­tei­lung behan­delt wer­den. Hin­zu kommt der Erhalt der Arten­viel­falt, wie Syn­odal­mit­glied Wieb­ke Mohr­mann beton­te. Hier geht es bei­spiels­wei­se um Neu­struk­tu­rie­rung und Nut­zung von Gar­ten­flä­chen, Flach­dä­chern oder gar Außenwänden.

Im April 2022 soll der Klimamanager/​die Kli­ma­ma­na­ge­rin ein­ge­stellt wer­den – unbe­fris­tet. Die Suche läuft bereits. 60 bis 80 Pro­zent der Stel­le kön­ne man vor­aus­sicht­lich mit För­der­gel­dern finan­zie­ren. Die betref­fen­de Per­son sol­le gemein­sam eng mit einem noch zu wäh­len­den Kli­ma­aus­schuss arbei­ten. Nach fünf Jah­ren wer­den zudem per­so­nel­le Kapa­zi­tä­ten im Bau­amt frei, da ein Mit­ar­bei­ter in den Ruhe­stand ver­ab­schie­det wird. Dadurch ent­steht die Mög­lich­keit der lang­fris­ti­gen Beschäf­ti­gung im Kir­chen­kreis Soest-Arns­berg. Ide­al wäre es, wenn die betref­fen­de Per­son aus bei­den Berei­chen käme : Archi­tek­tur mit dem The­men­schwer­punkt Klimaschutz.

Bild v.l.: Kreis­syn­oda­le Nina Dodt, Super­in­ten­dent Dr. Manu­el Schil­ling, Pfar­rer Dr. Udo Arnoldi

Quel­le : Julie Rie­de – Evan­ge­li­sche Kir­chen­kreis Soest-Arnsberg


Bericht : winterberg-totallokal.de - Ihr Nachrichtenmagazin aus Winterberg

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