„Nachhaltigkeit ist die DNA des nordischen Wintersports“

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Bedeutung des Langlaufs wächst durch Lockdown-Winter und Nachhaltigkeitsbewusstsein

win­ter­berg-total­lo­kal : Ein Blick zurück, ein vor­sich­ti­ger Blick in die Zukunft : Mit gemisch­ten Gefüh­len betrach­ten die Loi­pen­ver­ei­ne die Ent­wick­lung ihres Sports vor dem Hin­ter­grund der Coro­na-Kri­se, des stei­gen­den Nach­hal­tig­keits­be­wusst­seins und mas­si­ver Abhol­zung der Wäl­der. Dies wur­de bei der Mit­glie­der­ver­samm­lung der Nor­dic­s­port-Are­na Sauer­land deut­lich. Die Vor­be­rei­tun­gen auf den Win­ter sind im vol­len Gang.

Sor­gen macht den Loi­pen­ver­ei­nen die mas­si­ve Abhol­zung der Wäl­der auf­grund der Bor­ken­kä­fer­pla­ge. Die­se hat sich im ver­gan­ge­nen Som­mer fort­ge­setzt. „Bei uns ist die Situa­ti­on ver­hee­rend“, gibt Jonas Kno­che, Vor­sit­zen­der des Ski­klubs Wun­dert­hau­sen zu beden­ken. „Über­all liegt Holz, die Rücke­ar­bei­ten hin­ter­las­sen tie­fe Spu­ren und wei­te Tei­le des Wal­des feh­len inzwi­schen.“ Der Ver­ein wer­de in ehren­amt­li­cher Arbeit und in enger und guter Abstim­mung mit der Stadt Hal­len­berg tun was mög­lich ist, um im Win­ter ein möglichst
umfang­rei­ches Ange­bot bereit­stel­len zu kön­nen. Auch auf der Hohen Bracht haben die Arbei­ten tie­fe Spu­ren hin­ter­las­sen. Len­ne­plät­ze sei auf­grund der an sich schon wei­ten und offe­nen Flä­chen weni­ger betrof­fen. Auch in Schan­ze, Wil­lin­gen und Girk­hau­sen sind die Betrei­ber opti­mis­tisch. Die Rot­haar­loi­pe hin­ge­gen ist stel­len­wei­se stark von den Wald­ar­bei­ten betrof­fen. Ob sie in Gän­ze gespurt wer­den kann, soll ich in den kom­men­den Wochen herausstellen.

Aktu­ell sind die Loi­pen­ver­ei­ne damit befasst, die Tras­sen für den Win­ter vor­zu­be­rei­ten : Mähen, mul­chen, wuchern­des Gestrüpp besei­ti­gen und Uneben­hei­ten aus­glei­chen, damit die Spu­ren schon bei mög­lichst gerin­ger Schnee­la­gen gezo­gen wer­den kön­nen. Dies geschieht in enger Abstim­mung mit den Wald­be­sit­zern. Dass die­se kaum auf die Inter­es­sen der Loi­pen­ver­ei­ne Rück­sicht neh­men kön­nen, dafür gab es all­ge­mein Ver­ständ­nis : „Denen sind auch die Hän­de gebun­den. Die müs­sen jeden Ter­min anneh­men, um die Hawes­ter zu bekom­men und dann arbei­ten fast Tag und Nacht.“

Was die immer grö­ßer wer­den­den frei­en Flä­chen für den Lang­lauf bedeu­ten, dar­über konn­ten die Anwe­sen­den nur spe­ku­lie­ren. „Die offe­nen Flä­chen bedeu­ten höhe­ren Ein­fall von Schnee und es lie­gen weni­ger Nadeln in der Loi­pe. Auf der ande­ren Sei­te sind stär­ke­re Ver­we­hun­gen und mehr Son­nen­ein­fall zu erwar­ten“, über­legt Ger­hard Klo­se vom Ski­club Girk­hau­sen. „Schnee­ver­we­hun­gen könn­te man bei uns redu­zie­ren kön­nen, indem man Wäl­le schiebt“, über­legt Chris­ti­an Strem­me, Wal­zen­fah­rer in Wil­lin­gen. Was die Ent­wick­lung für die Loi­pen und die Tras­sen­füh­rung dar­über hin­aus auch in ande­ren Gebie­ten bedeu­tet, müs­se abge­war­tet wer­den, so die Anwesenden.

Ein wei­te­res zen­tra­les The­ma der Nor­dic­s­port-Are­na ist die Nach­hal­tig­keit. „Sie ist die DNA unse­res Sports“, betont der Vor­sit­zen­de Ste­fan Küp­per. Der ehren­amt­li­che Ein­satz der Akteu­re, die enge Zusam­men­ar­beit mit Wald­be­sit­zern und Natur­schüt­zern, der gerin­ge Ener­gie­auf­wand und der hohe gesell­schaft­li­che Nut­zen auf­grund der gesund­heits­för­dern­den Wir­kung des Sports ver­schaf­fen dem nor­di­schen Win­ter­sport auf die­sem Gebiet eine Vorrangstellung.

Zudem : Der Lang­lauf ist nicht am Gewinn, son­dern am Gemein­wohl ori­en­tiert. Zwar erbit­ten die Loi­penski­ge­biet von den Besu­chern einen Bei­trag zur Kos­ten­de­ckung. Die­ser aber wird von dem über­wie­gen­den Teil der Gäs­te gern gezahlt. Dafür genießt der Lang­läu­fer die win­ter­li­che Natur in vol­len Zügen und eine Loi­pen­qua­li­tät, die in den ver­gan­ge­nen Jah­ren fort­lau­fend gestei­gert wurde.

Dar­auf wol­len sich die Akteu­re aber nicht aus­ru­hen. Auch im Lang­lauf gilt es, zu schau­en, wo noch nach­hal­ti­ger gear­bei­tet wer­den kann. Ihre Arbeit wol­len die Ver­ei­ne künf­tig noch deut­li­cher vor­stel­len – und dabei ein beson­de­res Augen­merk auf Effek­te im Bereich Natur­schutz, Ener­gie, Gesund­heit und regio­na­le Wirt­schaft legen.

Dass der Lock­down-Win­ter 20/21 die Bedeu­tung des Lang­laufs hat wach­sen las­sen, dar­über sind sich die Ver­tre­ter der Loi­pen­ver­ei­ne einig. Dass der Boom des ver­gan­ge­nen Jah­res anhält, sei nicht zu erwar­ten. Doch eine stei­gen­de Nach­fra­ge und die Chan­ce, zuneh­mend als gesun­der und nach­hal­ti­ger Sport wahr­ge­nom­men zu wer­den, sei durch­aus zu erwarten.

Information
Die Wintersport-Arena Sauerland ist ein Zusammenschluss der Skigebiete in den Kreisen Hochsauerland, Siegerland-Wittgenstein, Olpe und der Gemeinde Willingen. Durch gemeinsame Vermarktung, stetige Qualitätsverbesserung des Wintersportangebots und Optimierung der Schneesicherheit hat sich die Region seit 2001 zur bedeutendsten Wintersportregion nördlich der Alpen entwickelt. Insgesamt wurden seitdem rund 125 Millionen Euro in den Ausbau der Angebote investiert. Weitere Informationen unter www.wintersport-arena.de.
Die Nordicsport Arena ist der nordische Sportbereich der Wintersport-Arena Sauerland. Einsteiger wie Profis finden hier hochwertige Winter- und Sommer-Sportangebote. Vielfältige, sorgfältig vermessene und beschilderte Strecken mit hohen Qualitätsstandards für Nordic Walking, Nordic Blading, Skiroller, Skilanglauf und Schneeschuhlaufen.

Quel­le : Win­ter­sport-Are­na Sauerland


Bericht : winterberg-totallokal.de - Ihr Nachrichtenmagazin aus Winterberg

winterberg-totallokal.de

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