Stichwort der Woche: Die „gelbe Gefahr“?

 

Winterberg-Totallokal: Stichwort der Woche, von Norbert Schnellen

winterberg-totallokal: China ist in diesen Zeiten des Wandels die einzig verbliebene Weltmacht. Während die Bedeutung der USA und Russlands immer weiter schrumpft, baut das Reich der Mitte seinen Einflussbereich ständig weiter aus. Sei es in Afrika, in Lateinamerika, in Asien und durch die „Neue Seidenstraße“ auch in Europa, es gibt wohl kaum noch ein Fleckchen Erde ohne chinesische Investitionen. Die, offiziell immer noch kommunistische Volksrepublik, hat den Kapitalismus offensichtlich besser verstanden, als die kapitalistischen Systeme in Nordamerika und Europa. Technologisch ist das Land schon längst über das Stadium des Kopierens westlicher Waren hinausgewachsen, es ist zum führenden Anbieter innovativer High-Tech-Produkte geworden. Zur Sicherung der knappen Rohstoffressourcen sind die Chinesen weltweit dabei, sich die verbliebenen Schürfrechte zu sichern. Inzwischen ist China der größte „Global Player“ überhaupt.

Man darf dabei jedoch nicht außer Acht lassen, dass es sich bei den lächelnden Anzugsträgern, die den westlichen Lebensstil bis ins kleinste Detail kopieren, immer noch um Repräsentanten einer totalitären Diktatur handelt. Die Einhaltung von Menschenrechten, wie sie früher mal von einigen westlichen Politikern angemahnt wurde, ist für die Führung in Peking ebenso uninteressant, wie die Achtung der Freiheit oder der Schutz persönlicher Daten. Bei diesem Punkt kommen wir zum europäischen Politikversagen. Für viele Teile der europäischen Wirtschaft scheint der schnelle Ausbau des sogenannten 5-G-Netzes die wichtigste Voraussetzung zu sein, um im globalen Wettbewerb bestehen zu können. Bei der Industrie 4.0, beim autonomen Fahren, bei Flugtaxis oder bei der digitalen Landwirtschaft, ohne den neuen Netzstandard bliebe die europäische Industrie auf der Strecke. Da europäische Anbieter offensichtlich allein nicht dazu in der Lage sind diesen Netzausbau zu leisten, ist man auf die Unterstützung eines mächtigen chinesischen Konzerns angewiesen. Dabei gibt es nur ein Problem (wer auf das Wahlkampfmotto „Digitalisierung first, Bedenken second“ abfährt, sollte jetzt besser nicht weiterlesen), dieser chinesische Konzern liefert alle Daten an den chinesischen Staat. Wenn man sich die jetzt schon real existierende Überwachungspraxis in China anschaut, bekommt man einen Eindruck davon, was uns dann bevorsteht. Mit einer Rigorosität von der Gestapo und Stasi nur träumen konnten, wird dort jeder Einzelne permanent überwacht und sein Verhalten durch ein Punktesystem bewertet, welches sich dann direkt auf seine weitere Entwicklung auswirkt.  Nur wer sich vollkommen systemkonform verhält, hat Chancen im Beruf und kann auch „Belohnungen“, wie Reisen oder eine menschenwürdige Unterkunft beanspruchen. Ein solches System hat mit den Werten von Demokratie und Freiheit, wie wir sie kennen, überhaupt nichts mehr zu tun. Für den technischen Fortschritt haben wir ohnehin bisher viel persönliche Freiheit aufgegeben und liefern schon jetzt jede Menge persönlicher Daten freiwillig an amerikanische Großkonzerne. Wenn der Ausbau des 5-G-Netzes jetzt, wie geplant, sehr schnell und mit chinesischer Hilfe von statten geht werden wir schon bald, dann als chinesische Kolonie, unserem alten demokratischen System hinterherjammern. Aber bitte nicht zu laut – Feind hört mit!

Quelle:Norbert Schnellen

Bericht : winterberg-totallokal.de - Ihr Nachrichtenmagazin aus Winterberg

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